Bundeskanzlerin Merkel und der französische Ministerpräsident Macron wollen mehr Europa. Das kann aber auch die »Vergemeinschaftung» der Bankenhaftung bedeuten. Kurz gesagt: Die deutsche Einlagensicherung wird auf Kosten anderer EU-Länder unsicherer – es droht ein Bankencrash! Aber das ist nur ein Grund, warum Ihre Ersparnisse auf einer Bank immer unsicherer sind.

Droht ein Bankencrash?

Keine Frage: Bankenpleiten sind auch hierzulande denkbar, doch darüber denken nicht viele Menschen nach, weil sie die Banken nach wie vor als »sicher» empfinden. Was aber tun Sie, wenn Ihre Bank wirklich Insolvenz anmelden muss? Welche Ihrer Kapitalanlagen überstehen den Bankencrash? Was passiert, wenn Sie Ihr Geld im Ausland angelegt haben? Diese Fragen werde ich Ihnen nun step-by-step beantworten.

Grundsätzlich gilt bisher noch: Das deutsche Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz schützt 100% Ihrer Einlagen. Das sind Giro-, Tages- und Festgeldkonten sowie Sparbücher. Dies bis maximal 100.000 Euro pro Person.

Kundenforderungen aus Wertpapiergeschäften (z. B. Dividenden, Aus-schüttungen, Verkaufserlöse) sind hingegen nur bis zu 90%, maximal aber 20.000 Euro pro Person geschützt. Wertpapierdepots stellen Sondervermögen dar und können auf eine neue Bank übertragen werden.

Die Folgen von einem möglichen Bankencrash werden in folgendem Video erläutert:

Tagesgeld-, Giro- und Festgeldkonten, Sparbücher

Das bedeutet im Einzelnen: Ihre Tagesgeld-, Giro- und Festgeldkonten, sowie Sparbücher sind durch die Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person abgedeckt.

Bitte beachten Sie: Nach den gesetzlichen Bestimmungen kann es aber bis zu 20 Tage lang dauern, bis die gesetzliche Einlagensicherung Ihr Guthaben von Girokonten, Tagesgeldern und Sparbüchern wieder zur Verfügung stellen muss. Denken Sie also an diese Zwischenzeit.

Mein Rat: Verteilen Sie Ihr Geld es auf verschiedene Banktypen wie Sparkasse, Privatbank und Volksbank, wenn Sie es schon auf einer Bank haben wollen. Ansonsten halten Sie Bargeld Zuhause. Deponieren Sie eine Reserve für mindestens 4 Wochen in Ihrem heimischen Safe.

Edelmetalle

Deponieren Sie Ihre Edelmetalle (z. B. Gold und/oder Silber) in einem Bankschließfach, kann es bei einer Bankenpleite lange dauern, bis Sie darauf Zugriff haben. Der Inhalt des Schließfaches gehört rechtlich Ihnen. Doch ich frage Sie: Wie und wann kommen Sie bei einer Insolvenz an Ihre Wertgegenstände?

Mein Rat: Bewahren Sie Ihre Edelmetalle zu Hause in einem Tresor oder einem anderen Versteck auf. In den Ausgaben 2/2017 und 1/2018 habe ich Ihnen bereits verschiedene gute Verstecke erläutert.

Welcher der beste Heimtresor ist, haben wir Ihnen in diesem Artikel verraten.

Aktien

Heute werden Aktien in ein Wertpapierdepot gebucht. Die Zeit der Aktienurkunden ist leider vorbei. Aber keine Angst: Eine Bankpleite kann Ihrem Depot jedoch nichts anhaben. Der Inhalt bleibt immer Ihr Eigentum. Ihr Aktiendepot gilt als Sondervermögen und geht damit nicht in die Insolvenzmasse ein. Es ist daher auf eine neue Bank ohne Verlust übertragbar.

Mein Rat: Verlangen Sie im Pleitefall die Übertragung des Depots auf eine andere Bank oder schließen Sie selbst Ihr Depot, wenn Ihnen etwas »Spanisch» vorkommt und übertra-gen Ihre Aktienbestände.

Woran erkennen Sie gute Krisenschutz-Aktien? Hier erfahren Sie es!

Staatsanleihen

Wie Sie beim Schuldenschnitt in Griechenland und den Vorkommnissen in Zypern gesehen haben, sind zumindest europäische Staatsanleihen nicht mehr sicher. Im Insolvenzfall ist Ihr Geld verloren.

Investment- und Rentenfonds

Weil Fonds ein Sondervermögen haben, sind sie zumindest größtenteils gegen eine Insolvenz abgesichert. Über die Erstattung muss eine Regelung über die Einlagensicherung getroffen werden. Weiterer Schutz: Ein Fondsmanager darf in ein Unternehmen nicht mehr als 10 % bzw. 20 % investieren. Im Pleitefall bleibt das Sondervermögen Eigentum der Anleger. Aber immer mehr Fondsmanager nutzen Derivate, um ihre Aktienbestände abzusichern. Werden diese ausgerechnet von der Bank herausgegeben, die pleite ist, sieht es schlecht für Ihre Investitionen aus. Zudem stecken in Rentenfonds oft Bankanleihen, die im Pleitefall ebenfalls crashen.

Ausländische Banken in Deutschland

Ein selbstständiges deutsches Tochterunternehmen einer ausländischen Bank ist ein Geldinstitut, das nach deutschem Recht gegründet wurde und daher auch komplett dem deutschem Aufsichtsrecht unterliegt. Die Bank ist deshalb auch Pflichtmitglied bei einer deutschen gesetzlichen Entschädigungseinrichtung.

Zudem sind in Deutschland tätige Zweigstellen europäischer Kreditinstitute oder solcher des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) grundsätzlich über die Einlagensicherung des jeweiligen Herkunftslandes abgesichert.

Deutsche Banken im Ausland

Wie aber ist der umgekehrte Fall? Unselbstständige Zweigstellen von deutschen Kreditinstituten, die das Bankgeschäft in einem Mitgliedstaat der EU bzw. des EWR betreiben, sind durch die deutsche Einlagensicherung geschützt. Dabei spielt es keine Rolle, welche Staatsangehörigkeit Sie als Bankkunde haben.

Die größte Bankgefahr

Sind eine Großbank oder gleich mehrere Banken bei einem Crash pleite, werden die Mittel nicht ausreichen, um das »Versprechen« der Einlagensicherung – es ist nichts anderes – zu halten! Die Folge:

✓ Je nach Mittel, die noch zur Verfügung stehen, erhalten Sie dann nur einen Teil oder gar nichts mehr von Ihrem Vermögen – und das trotz Einlagensicherung!

✓ Diese ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, aber NICHT vom Staat garantiert!

✓ Niemand weiß, wie leistungsfähig die Sicherungsfonds sind. Grund: Die Banken halten deren Volumen geheim.

Mein Rat: Die Einlagensicherungen geben im Krisenfall also nicht so viel her, wie von Ihnen angenommen!

Eine aktuelle Übersicht der Banken, die dem Einlagensicherungsfonds angehören, finden Sie hier.

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