Liebe Leser, 

Gestern – siehe hier – ging es um die dramatischen Solvenzquoten bei Lebensmittelversicherungen. Die Krise geht weiter: Der mächtige Chef der bundesdeutschen Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sorgte jüngst für großes Aufsehen. Herr Hufeld warnte vor einer unkontrollierbaren Bankeninsolvenz in Deutschland. Einmal mehr um die deutschen Banken wächst angesichts möglicher weiterer Zinssenkungen im Euroraum. Das machte BaFin-Chef Hufeld mit dramatischen Worten sichtbar. 

Die mangelnde Profitabilität im Bankensektor sei ein deutsches Problem, sagte Felix Hufeld kürzlich in Frankfurt. Eine weitere Absenkung der Zinsen durch die EZB würde den schon bestehenden Druck auf die Finanzinstitute ncoh weiter erhöhen. Banken würden dann aus dem Markt gehen, ließ Hufeld wissen. 

Bankeninsolvenz: Die Krise in Deutschland wird größer

Eine unkontrollierte Bankeninsolvenz scheint dann möglich. Die Aufsicht würde selbstverständlich versuchen, dies mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern. Die meisten Sorgen würden ihm, Hufeld, kleine und mittlere private Banken bereiten, die im Gegensatz zu Sparkassen oder Volksbanken nicht auf einen Verbund im Hintergrund setzen könnten. Daher seien Sparanstrengungen geboten, genauso wie eine Überarbeitung der bestehenden Geschäftsmodelle. Hier gelte es, Zeit nicht unnütz verstreichen zu lassen, denn die Konjunktursituation könne sich auch einmal wieder zum Schlechteren wenden. Die drohende Krise wurde in folgendem Video auch vom Bankexperten Burghof thematisiert:

In Sintra hatte vor kurzem EZB-Präsident Mario Draghi aufgrund der düsteren Konjunkturaussichten durchblicken lassen, dass die Zentralbank über weitere Maßnahmen zur geldpolitischen Lockerung nachdenke. 

ie deutschen Banken müssen sich nach Ansicht von Bafin-Chef Felix Hufeld nach den jüngsten Ankündigungen der Europäischen Zentralbank (EZB) auf noch härtere Zeiten einstellen. 

EZB-Präsident Mario Draghi hatte zuletzt eine weitere Zinssenkung ins Spiel gebracht. “Dann werden mehr Banken aus dem Markt gehen”, sagte Hufeld am Dienstagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Vielleicht komme es dann auch zu unkontrollierten Insolvenzen. “Das versuchen wir natürlich mit allen Mitteln zu verhindern.” Am meisten Sorgen mache er sich um kleine und mittlere private Banken, die anders als Sparkassen oder Volksbanken nicht auf Verbundstrukturen zurückgreifen können. 

“Es ist höchste Eisenbahn”

Hufeld appellierte an die Geldhäuser, ihre Sparanstrengungen zu verschärfen und ihre Geschäftsmodelle zu überarbeiten. “Es ist höchste Eisenbahn”, sagte Hufeld. Die gute Konjunktur werde nicht ewig anhalten. “Ich werde nervöser, weil mit Händen zu greifen ist, dass wir in den nächsten Jahren eher in schwierigeres Fahrwasser geraten.” Die mangelhaften Anstrengungen von Banken, ihr Geschäftsmodell robuster zu machen, zählte Hufeld neben Cyberrisiken und einer Aufweichung der Kreditvergabestandards zu den größten Gefahren für die Branche. 

Draghi hatte vor einer Woche eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt, sollte die Inflation nicht wie erwünscht anziehen. Einige Volkswirte gehen inzwischen davon aus, dass die Notenbank im Juli an der Zinsschraube drehen wird und ihre Strafzinsen verschärft. Jede Erhöhung um einen Basispunkt belaste die europäischen Banken um ein paar hundert Millionen Euro extra, sagte Hufeld. Der sogenannte Einlagensatz liegt bereits seit März 2016 bei minus 0,4 Prozent. 

Geldhäuser müssen also Strafzinsen auf ihre Einlagen bei der Notenbank zahlen. 

Eine Erhöhung der Strafzinsen würde die deutschen Banken, deren Erträge wegen der Niedrigzinsen ohnehin unter Druck sind, weiter schwächen. “Unser deutsches Problem ist ein Mangel an Profitabilität”, sagte Hufeld. Es helfe nichts, über die Zinspolitik der EZB und die niedrigen Einnahmen zu klagen. Bei vielen Geldhäusern mangele es an Problembewusstsein und an der Bereitschaft zu harten Einschnitten. “Ich vermute, der Druck muss noch steigen.”

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