Wenn Sie in der Zeit nach der Krise autark leben wollen, sollten Sie sich einen kleinen Garten und einige Tiere zulegen, um sich am Anfang mit dem nötigsten Selbst versorgen zu können. Wie das genau aussehen kann und was Sie beachten sollten, wenn Sie einen Bauernhof gründen wollen, zeige ich Ihnen jetzt.

Ein Stück Land von etwa einem halben Hektar guten Bodens reicht aus, um Sie als eine einzelne Person zu ernähren. Sie könnten ebenso davon leben, wenn Sie die Ernteerträge verkaufen oder gegen andere Lebensmittel tauschen würden.

Der Traum vom eigenen Hof: Folgende Dokumentation gibt Ihnen einen guten Überblick darüber, was auf Sie zukommen wird:

Bauernhof gründen: Ihr eigener Kleinsthof

Für zwei Personen dagegen benötigen Sie rund 1,5 Hektar (15.000 Quadratmeter) landwirtschaftlicher Nutzfläche. Für diese Fläche kann folgender Nutzungsplan aufgestellt werden:

● Zwei Kühe

● Drei Schweine

● 12 Hühner

Ein Hektar dient als Grünland für Weidenutzung und zur Heuerwerbung. Im Winterhalbjahr hätte eine Person morgens und abends je eine Stunde in der Wirtschaft zu tun. Im Sommerhalbjahr würde im Durchschnitt ein halber Tag beansprucht. Damit ist der »Zweitkuh-Kleinsthof« die höchst rentabelste landwirtschaftliche Betriebsform und als Weidehof am einfachsten nebenerwerblich zu bewirtschaften.

Eine effektive Nutzung könnte so auszusehen:

Weide (1 Hektar)

Der erste Grasschnitt erfolgt infolge Düngung bereits Anfang Juni und dient der Heuwerdung mit einem Durchschnittsertrag von 120 Zentner Heu. Danach wird die halbe Weide für die beiden Kühe benötigt. Die zweite Weidehälfte wird Anfang August noch einmal gemäht. Der Ertrag beläuft sich auf 30 Zentner Heu. Das ergibt 150 Zentner Heu, das als Raufutter für die beiden Kühe vollstens ausreicht.

Im Oktober wird ein Drittel der Weide noch einmal für das Gärfuttersilo gemäht. Dies erbringt weitere sechs bis acht Kubikmeter Gärfutter für die Milchkühe.

Acker (0,5 Hektar)

Wenn Sie den Fruchtwechsel berücksichtigten, sollten Sie Ihren Acker in fünf gleich große Flächen von je 1.000 Quadratmetern unterteilen:

1. Frühkartoffeln (40 Zentner); Markstammkohl als Nachfrucht für die Kühe (60 Zentner).

2. Gehaltsrüben (90 Zentner); das Rübenblatt mit in das Gärfuttersilo geben (zwei Kubikmeter), beides für die Kühe.

3. Mais (12-Zentner-Körner); das Maisstroh dient gehäckselt als Streu oder Silofutter.

4. Futterkartoffeln (60 Zentner) für die Schweine; das Kartoffelkraut kann als Einstreu für die Düngebereitung dienen.

5. Gemüse aller Art; als Zweitfrucht für zusätzliche Verbraucher.

Kühe

Bei einer solchen Futtermenge lassen sich zwei Kühe mit einer Jahresleistung von 3.600 Litern halten.

Das ergibt rund 20 Liter Milch pro Tag.

Weitere wichtige Hinweise zur Kuh-Haltung finden Sie hier: Kühe halten: So machen Sie es richtig!

Schweine

Hiervon werden 15 Liter Magermilch täglich neben den 60 Zentnern Futterkartoffeln und dem Tranksilofutter für die Schweine bereitgestellt.

In das Tranksilo kommen außerdem die Küchenabfälle.

Bei dieser Futtermenge lassen sich drei Schweine auf bis zu vier Zentner mästen.

Was Sie außerdem bei der Schweinefütterung beachten müssen, lesen Sie hier: Schweine halten – so geht’s richtig!

Hühner

Viele detaillierte Tipps zur Hühnerhaltung haben wir Ihnen bereits vorgestellt.

Für die 12 Hühner stehen einige Zentner Kartoffeln, Mais, Grünfutter und Dickmilch zur Verfügung, was eine hohe Legeleistung ergibt.

Obstbau

Ich empfehle, den Obstbau am besten parkmäßig um das Haus und als Ringpflanzung um den Acker zu vollziehen, um die Bodenbearbeitung möglichst wenig zu behindern. Natürlich hat meine Lösung keinen Anspruch auf Alleingültigkeit, denn Viehwirtschaft ist nicht jedermann Sache und auch nicht überall durchzuführen. Eine Alternative dazu ist die Gartensiedlung, mit der ich mich in einer der folgenden Ausgaben beschäftigen werde. 

Bauernhof gründen – nun kennen Sie die wichtigsten Tipps und Tricks, um zum Selbstversorger zu werden!

Kommentar verfassen