Die eigene Wasserversorgung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um autark leben zu können. Wie Sie einen Brunnen richtig bauen, erfahren Sie jetzt!

Der eigene Brunnen: Wozu?

Es ist nicht einfach, in Sachen Wasserverwendung ein Selbstversorger zu sein. Denn gerade in jenen Gebieten, in denen ein Wasserversorgungsnetz vorhanden ist, besteht ein Anschlusszwang für das Trinkwassernetz. 

Das hat groteske Ausmaße: Selbst, wenn Sie kein Wasser verbrauchen würden, müssten Sie die Gebühren für den Wasserzähler trotzdem bezahlen! 

Tipp: Unter bestimmten Umständen können Sie sich jedoch vom Anschluss- zwang befreien lassen. Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Gemeinde, dem Landrats- Umwelt-oder Wasserwirtschaftsamt. 

Fragen Sie dort auch nach, wenn Sie einen neuen Brunnen bohren lassen wollen. Erkundigen Sie sich ebenso über behördliche Auflagen und Genehmigungsverfahren. 

Brunnenbau: Die beste Methode

– Graben Sie eine etwa 1,60 m tiefe kreisrunde Grube. 

– Mauern Sie diese aus. 

– Graben Sie dann mit dem inneren Durchmesser des Brunnens wieder nur mannstief weiter. 

– Erweitern Sie nun den Erdaushub bis auf den äußeren Durchmesser in vier Phasen. Zuerst heben Sie ein Viertel des Kreisumfanges aus und mauern Sie dieses aus.

– Dann das heben Sie das Zweite aus und mauern es aus, dann das Dritte und vierte. 

– Gehen Sie nun weiter in die Tiefe. 

Wesentlich dabei ist, dass das Maß des Tiefergehens von der Bodengattung abhängt. Es kann daher vorkommen, dass Ihr Tiefergehen nur schrittweise und unter Zuhilfenahme von Gurtsetzen erfolgen kann. 

Und noch etwas: Legen Sie einen Brunnen am besten in einem recht trockenen Herbst an. So können Sie sicher sein, dass er auch in der trockenen Jahreszeit noch Wasser hat

Tipp: Während früher bis zum Grundwasser gegraben und dann ausgemauert wurde, wird heute eine kleine Tiefe ausgegraben und sofort ausgemauert. Und zwar so lange, bis der Grundwasserspiegel erreicht ist. 

Und noch etwas: Legen Sie einen Brunnen am besten in einem recht trockenen Herbst an. So können Sie sicher sein, dass er auch in der trockenen Jahreszeit noch Wasser hat

Tipp: Bewahren Sie einen ausreichenden Abstand (15 bis 30 Meter) von evtl. benachbarten Latrinen oder Düngerstätten. Legen Sie den Brunnen an einem Hang stets bergwärts von Misthaufen, Latrinen usw. an, damit kein Sickerwasser das Brunnenwasser verunreinigt. 

Brunnenbau: Folgendes Video fasst die verschiedenen Möglichkeiten perfekt zusammen: 

Der Kesselbrunnen

Dieser Brunnen ist mit Schutzwänden aus Ziegel, Stein oder Holz (selten), am besten aber mit Zementmörtel ausgekleidet. Er hat normalerweise einen Durchmesser von 1,10 Meter. 

Die (meist) hölzerne Brunnenbüchse muss unbedingt zwei Meter unter den tiefsten vorgefundenen Grundwasserspiegel reichen. Je nach Bodenbeschaffenheit erfolgt der Bau in Schichten von 1,60 bis zwei Meter. 

Tipp: Zum Schutz vor dem Eindringen verunreinigter Wässer sollte zwei Meter vom Terrain abwärts 30 Zentimeter stark Zementmörtel gemauert werden. Die Umgebung des Brunnens sollte zwei Meter im Umkreis gepflastert werden, um die Tropfwässer in wasserdichten Kanälen abzuleiten. 

Brunnenbau: Die Zisterne 

Die Zisterne ist ein Sammelbecken, das Regenwasser auffängt und aufbewahrt. Sie ist normalerweise in einem Stück Fels, Stein oder anderem Gebirge hergestellt, ausgemauert, mit Zementmörtel verputzt und mit Fliesen ausgekleidet. 

Eine Zisterne muss vor äußeren Einwirkungen eingedeckt werden und besitzt häufig eine bis zum Boden reichende Stiege oder Leiter, um das Wasser mit dem Eimer (manchmal auch mit einer Pumpe) heraufzubefördern. 

Tipp: Um den Geschmack des Regenwassers zu verbessern und dafür zu sorgen, dass nur reines Wasser in die Zisterne gelangt, können Sie am besten Vorratskammern mit Schotterfilter auslegen. 

Wie teuer wird der Spaß? Folgender Clip verrät Dir, welche Kosten je nach Brunnenart auf Dich zukommen:

Der Sickerbrunnen und die Sickergrube

Sickerbrunnen sind kleine Brunnen mit einer Tiefe von zwei bis vier Metern, die spärliches, durch dünne Sand- schichten sickerndes, oberes Grundwasser sammeln. Die Sickergruben hingegen dienen bei nicht kanalisierten Grundstücken dazu, die Tag- und Dachwässer zum Verlaufen zu bringen. 

Achtung! Es ist verboten, Überläufe von Senk- oder Düngergruben in die Sickergruben zu leiten, weil dadurch das Grundwasser verunreinigt wird. 

Tipp: Bauen Sie vor dem Einlauf der Tagwässer in die Sickergrube einen Sandfang ein, damit sich mechanische Verunreinigungen ablagern können und die Aufnahmefähigkeit der Sickergrube erhalten bleibt. 

Der Bohrbrunnen

Bohrbrunnen sind umweltfreundlich, da sie die Wassernutzung aus Bächen oder anderen Reservoirs reduzieren. 

Je nach Standort ist das Wasser aus Bohrbrunnen kein Oberflächenwasser. Sie können die Bohrung bis zu einer Tiefe von 50 (!) Metern vornehmen. 

Tipp: Sie sollten die Bohrlochwandung mit Stahlrohren verstärken, an deren oberem Ende eine Pumpe installiert ist.

Wenn Sie im Haus nun den Wasserhahn aufdrehen, fließt das Wasser in einen Tank, in dem ein Schwimmer einen Schalter auslöst, der die Pumpe aktiviert. Diese fördert das Brunnenwasser nach oben zum Wassertank.

In rund drei Jahren amortisieren sich die Investitionskosten. 

Der bereits vorhandene Brunnen

Vielleicht haben Sie Glück und es ist bereits ein Brunnen vorhanden. Wenn immer Sie einen Brunnen antreffen, bedeutet dies, dass es Wasser geben muss. 

Pumpen Sie es hoch und beobachten Sie, wie lange es dauert, bis sich der Brunnen erneut füllt. Das ergibt einen Anhaltspunkt für die Höhe des Grundwasserspiegels. 

Tipp: Aber bevor Sie das Wasser verwenden, sollten Sie es analysieren lassen.

Achtung! Wird der Brunnen für Trinkwasser oder eine Wärmepumpe genutzt, sind meist Genehmigungsverfahren notwendig. 

Eine Idee zu “Brunnenbau: So graben Sie Ihren eigenen Brunnen

  1. Pingback: Entenhaltung: Was Sie unbedingt noch wissen müssen! - Waldhammer

Kommentar verfassen