Liebe Leser, 

gestern ging es – siehe hier – ja um die Frage, was mit einem Kredit passiert, wenn die Bank in die Insolvenz geht. Leider, leider gehen dann Darlehensschulden mit der Bank nicht unter. Im Gegenteil, der Insolvenzverwalter der Bank könnte nun womöglich die Forderungen der insolventen Bank noch heftiger beitreiben als der vormalige Kreditberater der Bank. Insofern könnte man hier wahrlich vom Regen in die Traufe kommen. 

Was passiert, wenn es massive Verwerfungen im Geldsystem gibt? 

Vom Regen in die Traufe könnte man mit seinem privaten Schuldenberg selbst dann kommen, wenn es im Finanzsystem ordentlich kriselt. Es gibt nicht wenige Zeitgenossen, die sich gerade jetzt in der Vorkrisenzeit ein Eigenheim auf Pump leisten. Oftmals ist auch hier unterschwellig die Hoffnung vorhanden, dass im Rahmen einer aufgrund der Eurokrise geldpolitisch gewollten Inflationierung die Kreditschulden über kurz oder lang entwertet werden. Das ist die zumindest der Wunschgedanke. 

Leider, leider sind wir ja immer noch in Deutschland. Deutschland ist ja bekannt für seine regulatorische Gründlichkeit und auch dafür, dass es das Land der Mieter ist. Selbst im Krisenland Griechenland ist die Wohneigentumsquote deutlich höher als im angeblich ach so reichen Deutschland. 

Wie auch immer, zurück zum Ausgangspunkt, nämlich der Frage, ob im Falle extremer Verwerfungen wie Hyperinflation bzw. dann Währungsreform die Schulden real entwertet werden würden. Theoretisch mag dies bei der Hyperinflation ja faktisch der Fall sein. 

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Darlehensschulden: Staat greift ein 

Manch einer wird sich dann schon freuen, wenn im Zuge der Euro-Inflation Darlehensschulden fürs Eigenheim schlicht mit entwertet wird. Zu früh gefreut, muss man hier für deutsche Verhältnisse sagen. Es ist gerade auch im Rückblick auf die deutsche Geldgeschichte immer so gewesen, dass der deutsche Staat nach einer massiven Geldentwertung regulatorisch eingriff. Das ist beinahe so sicher wie das Amen in der Kirche. 

Beispiele gefällig? Sehr gerne. Nach der Hyperinflation der 1920er-Jahre wurde eine spezielle Hauszinssteuer eingeführt. Bei der Währungsreform 1948 wurden die Schulden umgestellt und Lastenausgleichszahlungen waren zu leisten. 

Bei dieser Währungsreform wurden die Sparguthaben um 95,5 Prozent (!) entwertet. Sprich, aus einem Guthaben in Höhe von 10.000 Reichsmark kam am Ende auf dem neuen Sparbuch nur eine dezimierte Summe von 550 DM raus. In Relation zu den Sparguthaben wurden die Verbindlichkeiten gar aufgewertet. Aus 10.000 Reichsmark alter Schulden wurde ein Betrag von 1.000 DM neuer Schulden. Und bei den Immoblien kam der Lastenausgleich noch dazu, der Jahr für Jahr über Jahrzehnte hinweg zu entrichten war. 

Fazit: wir können nur jedem/r raten, die Schuldenlast schnellstmöglich vor der Krisenzeit massiv abzusenken. Tilgen, tilgen, tilgen – das ist die Devise. Und zwar selbst dann, wenn es fast allen Banken gleich schlecht geht….

Wie Sie in Zukunft jegliche Art von Schulden vermeiden können? Diese Tipps sollten Sie kennen!

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