Liebe Leser, 

die Thematik „Stromausfall“ bleibt bei uns ja wie versprochen stetig ganz oben auf der agenda. Hier haben wir zuletzt darüber berichtet. Positiv ist zumindest, dass zumindest Teile der Bevölkerung mittlerweile hinreichend genug sensibilisiert sind. 

Der Strom wird knapp: Bundestag beschäftigte sich intensiv 

Wie auch immer, wir befassen uns ja sehr intensiv mit der Problematik und sind bei unseren Recherchen auf höchst interessante Lektüre gestoßen. Der Deutsche Bundestag, genauer gesagt der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, beschäftigte sich schon im Jahr 2011 extrem intensiv mit der Gefahr eines großräumigen und langanhaltenden Stromausfalls in Deutschland. Sie können die wirklich guten Ausführungen in der Bundestags-Drucksache 17/5672 nachlesen. 

Kurzum, die Ausführungen und Analysen sind wirklich gut. Heute wollen wir uns zunächst mit den möglichen Folgen, ja Schäden eines langanhaltenden Blackouts befassen. 

Dramatische Folgen 

Dem Ausschuss zufolge hätten die Folgenanalysen gezeigt, dass bereits nach wenigen Tagen im betroffenen Gebiet die flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit (lebens)notwendigen Gütern und Dienstleistungen nicht mehr sicherzustellen ist. Die öffentliche Sicherheit ist gefährdet, der grundgesetzlich verankerten Schutzpflicht für Leib und Leben seiner Bürger kann der Staat nicht mehr gerecht werden. Damit verlöre er auch eine seiner wichtigsten Ressourcen – das Vertrauen seiner Bürger. 

Neben dem Vertrauensschaden seien aufgrund der Erfahrungen mit bisherigen nationalen und internationalen Stromausfällen erhebliche Schäden zu erwarten. Bisherige Stromausfälle dauerten höchstens einige Tage, einige verursachten jedoch geschätzte Kosten von mehreren Mrd. US-Dollar. Für den Fall eines mehrwöchigen Stromausfalls sind Schäden zu erwarten, die um Größenordnungen höher liegen würden. 

strom wird knapp

Hoher Schaden für die deutsche Wirtschaft 

Weiter heißt es in der Drucksache auf Seite 32, dass die wirtschaftlichen Folgen eines Stromausfalls in Deutschland schon im Jahr 2008 mittels einer Metastudie kalkuliert worden seien. Diese leitete die Kosten eines Stromausfalls aus 25 internationalen Studien unter Berücksichtigung der Stromintensität der deutschen Wirtschaft ab. Auf einen einstündigen deutschlandweiten Stromausfall an einem Werktag im Winter übertragen, entstünde ein wirtschaftlicher Schaden zwischen 0,6 und 1,3 Mrd. Euro. Wohl gemerkt, es handelt sich dabei um eine Studie aus dem Jahr 2008. Der Schaden könnte aktuell also weitaus höher sein! 

Über die ökonomische Perspektive hinaus sollten dem Ausschuss zufolge aber auch die gesellschaftlichen Kosten eines in seinen Folgen katastrophalen Stromausfalls bedacht werden. Diese liegen im Versagen des politisch-administrativen Systems sowie dem Kollaps gesellschaftlicher Organisation und Solidarität − wenn die Bewältigung der Katastrophe als „krasse Form sozialen Wandels“ nicht gelingen würde. 

Wie auch immer, wir wissen jedenfalls Bescheid und sind jetzt schon bestens präpariert. Sowohl mental als auch technische. Darüber haben wir ja hier schon informiert. Und wir bleiben intensiv am Thema dran. Versprochen.

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