Liebe Leser, 

in diesen Tagen wird ja fast alles vom Coronvirus dominiert. Andere wichtige Themen werden mehr oder weniger in den Hintergrund gedrängt. Wenig verwunderlich also, dass eine aktuelle Studie der ETH zum Thema „Wasserknappheit“ in den Alpen regelrecht unterging. 

Wassernachschub in Gefahr 

Kurzum, die Alpen gelten ja immer noch als DER Wasserturm Europas. Die Alpen tragen einen überproportional großen Wasseranteil zu vier großen europäischen Strömen bei. Und zwar zu Rhein, Rhone, Inn und Po mit einem Einzugsbereich von mehr als 170 Millionen Menschen. Die Forscher der ETH fanden jedoch heraus, dass ein paradoxer Effekt in Zukunft den Wassernachschub für diese großen Sträme erheblich verringern könnte. 

Deutschland Wasserknappheit: Pflanzen saugen letzten Tropfen Wasser aus dem Boden 

Angesichts der fortschreitenden Erwärmung graben die Alpenpflanzen den Bergbächen und -flüssen förmlich das Wasser ab. Denn statt zu sparen, verdunsten sie so viel Wasser, dass auch die letzten Reserven im Boden erschöpft werden. Bei anhaltender Erwärmung könnte dies den Wassermangel noch verstärken. Der Studie zufolge begünstige offenbar Wärme und viel Sonnenschein in den höheren Lagen das Pflanzenwachstum so stark, dass die Pflanzen trotz Wassermangel quasi den letzten Tropfen Wasser aus dem Boden saugen würden. 

Deutschland Wasserknappheit
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Unheilvolle Kombination aus Dürre und verstärkter Verdunstung 

Für ihre Studie nutzten die Forscher Wetter- und Abflussdaten von mehr als 1200 Messtationen aus dem gesamten Alpenraum. Diese speisten sie in ein Modell ein, dass Wachstum und Verhalten der Gebirgsvegetation beschreibt. Die Auswertungen bestätigten den Verdunstungseffekt. Im Sommer 2003 verloren die Alpen dadurch allein im Bereich zwischen 1300 und 300 Höhenmetern zusätzliche vier Kubikkilometer Wasser. Durch die Kombination von Dürre und verstärkter Verdunstung durch die Vegetation führten die Fließgewässer der Alpen im Sommer 2003 nur die Hälfte der sonst üblichen Wassermenge. 

Durch den Klimawandel könnte den Simulationen der Forscher zufolge ein solcher Wasserverlust in Zukunft häufiger vorkommen. Unter dem Strich gefährde dieser Effekt langfristig die Wasserversorgung der tiefer gelegenen Regionen innerhalb und am Rand der Alpen. Die Abflussmengen in Flüssen und Bächen geraten dadurch künftig noch stärker unter Druck, so die düstere Prognose der Forscher aus der Schweiz. 

Ja, das Thema „Wasserknappheit“ in Europa, in deutschen Landen wird kaum thematisiert und immer noch massiv unterschätzt. Wir bleiben an der Sache sehr nah dran. 

Last but not least merken wir an: vergessen Sie nicht, Ihren ureignen Wasservorrat auf- bzw. auszubauen und zu pflegen.

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