23. April 2022Beitrag von Paul Junker

Digitale Währung: Die heimliche Bedrohung für den Euro?

Der Krieg Russlands in der Ukraine hat auch für die Weltwährungen erhebliche Folgen. Diese Folgen werden regelmäßig ausgeblendet, weil die vermeintliche Jubelstimmung über die Erfolge von wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland die Folgen entweder nicht thematisieren möchte oder nicht versteht, was passiert: Auch unsere Währung steht auf dem Spiel. Sie sollten die Thematik einschätzen können und sich vorbereiten.

Russland vor dem Staatsbankrott? Wechseln Sie zur digitalen Währung?

digitale Währung

Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin hat vor wenigen Tagen angekündigt, der Staatsbankrott Russlands sei nur eine Frage der Zeit. Dies klingt nach einem Erfolg, hat aber mächtige Konsequenzen.

Unternehmen wie auch Banken und Staaten haben Forderungen an Russland und an russische Unternehmen. Sofern die Finanztransaktionen ohnehin stark reduziert werden, dürften schon jetzt zahlreiche Forderungen kaum noch einzubringen sein. Dafür gibt es begrenzte Sicherheitsmechanismen. Tatsächlich aber bereiten sich Russland und auch China schon jetzt auf eine Währungsreform vor. Etwa die digitale Währung?

Russlands Vermögen im Ausland ist teils eingefroren. Die Devisenreserven hätten dazu gedient, Forderungen zu bedienen. Russland hat schon damit begonnen, Kredite gegenüber Dritten über die Umrechnung in nationalen Währungen zu vergeben und einzufordern. Kurz: Das Land versucht den Dollarraum zu verlassen. Zudem gilt es als gesichert, dass Russland eine digitale Währung entwickeln möchte.

China geht denselben Weg. Der digitale Yuan wird in China bereits entwickelt. Analysten zeigen die Möglichkeit auf einige der Schwellenländer zusammen in einem Währungskorb für eine digitale Währung zusammenzubringen. Russland, China, Brasilien, Indien sowie Südafrika sind die Kandidaten – sogenannten BRIC-Länder.

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Die Entwicklung ist durchaus brisant. Wenn bedeutende Teile des Welthandels nicht mehr im Dollar oder in Euro abgewickelt würden, träfe dies insbesondere den Euro. Dessen Einflussbereich ist heute schon deutlich geringer ist als der des Dollars.

Die Gesamtentwicklung spielt dem Euro und dessen Wert bzw. langfristige Existenz nicht in die Hände. Sie müssen zumindest damit rechnen, dass der Euro mittelfristig erheblich schwächer wird – oder dass sogar eine Währungsreform droht (verstärkt durch die internationale Entwicklung).

 

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