Liebe Leser, inmitten der Corona-Pandemie geht nahezu unter, dass selbst wir in deutschen Landen die Thematik Dürre in Deutschland, Wasserknappheit und deren Folgen nach wie vor massiv unterschätzen. Jüngst haben wir uns beim Umweltbundesamt etwas schlau gemacht und dabei erstaunliche Fakten gefunden. 

Sonnigster Monat ever 

Also, der April 2020, der Pandemie-Monat schlechthin, war dem Deutschen Wetterdienst (DWD der der sonnigste sowie der dritttrockenste April seit Messbeginn in Deutschland im Jahr 1881. Mit knapp 17 Liter Niederschlag pro Quadratmeter erreichte er kaum ein Drittel seines Solls von 58 Liter pro Quadratmeter. An zahlreichen Messstationen des DWD, vor allem im Süden und der Mitte Deutschlands, fiel vom 1. bis zum 27. April 2020 gar kein messbarer Niederschlag. Die Böden, die sich im nassen Februar meist gut mit Feuchtigkeit gefüllt hatten, trockneten in den oberen Bodenschichten wieder aus, wodurch die Waldbrandgefahr gebietsweise auf die höchste Stufe stieg. 

Der„Dürremonitor Deutschland” des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zeigte am am 28.5.2020 für den Gesamtboden (bis ca. 1,8 Meter Tiefe) für weite Teile Ost-, Mittel- und Süddeutschlands eine extreme bis außergewöhnliche Dürre an. 

Dürre in Deutschland
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Dürre in Deutschland: Besonders betroffene Regionen 

Spannend ist auch der Blick auf die besonders betroffenen Regionen. Der Wasserspeicher Boden sei im Winter 2019/2020 durch ausreichende Niederschläge vor allem im Februar gut gefüllt gewesen. Aber leider nicht überall. In Thüringen, im südlichen Sachsen-Anhalt und in Teilen von Sachsen und Brandenburg sei die Auffüllung unvollständig geblieben. Meist komme es mit der einsetzenden Vegetationszeit zu einem allmählichen Austrocknen des Bodens. In diesem Jahr seien aber ein sehr frühes Einsetzen der Vegetationsperiode (bereits Mitte März) mit einer niederschlagsarmen und sonnigen Phase im März/April zusammengetroffen. Diese Kombination führte dazu, dass die oberen Bodenschichten bereits im April 2020 auffällig trocken gewesen seien. 

Unterschätzte Winderosion 

Dem Umweltbundesamt zufolge käme in vielen Gebieten zu allem Überfluß auch noch die Winderosion hinzu. Besonders von Winderosion gefährdet seien die Gebiete im Nordwesten, Nordosten und Osten von Deutschland (Schleswig-Holstein, weite Teile von Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, das Münsterland und Ostwestfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Ost-Sachsen). Fehle auf feinsandreichen und lehmig-sandigen Böden dann noch eine geschlossene Bodenbedeckung, könne bei Trockenheit die Winderosion angreifen. Vor allem in den küstennahen Gebieten müsse in den nächsten Jahren mit einem Anstieg der Winderosion gerechnet werden. 

Und last but not least sei allen voran auch die Landwirtschaft von der extremen Trockenheit besonders betroffen. Mehr dazu übermorgen.

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