Liebe Leser,

wir haben Sie ja intensiv auf den ersten bundesweiten Warntag seit der Wiedervereinigung vorbereitet. Sagen wir es vorsichtig: unsere Vorbereitung war um einiges besser als der Warntag selbst. Das Ganze endete – so kann man es klar sagen – im Fiasko.

Selbst der Münchner Merkur kritisiert, dass der Warntag HÄTTE stattfinden sollen. Letztlich habe nur wenig funktioniert.

Jedenfalls hat der erste bundesweite Warntag am vergangenen Donnerstag deutliche Lücken, ja gravierende Defizite bei der Alarmierung der Bevölkerung offenbart. Zum einen wurde deutlich, dass es vielerorts gar keine Sirenen mehr gibt, zum anderen kam die Meldung der Warn-Apps NINA und Katwarn erst mit einer guten halben Stunde Verspätung auf den Smartphones an. Wenn überhaupt.

Unter dem Strich hätten viele Bürger im Falle des Ernstfalles nichts mitbekommen.

Fehlgeschlagener Probealarm

Selbst das Bundesinnenministerium räumte zerknirscht ein, dass der Probealarm „fehlgeschlagen“ sei. Grund sei ein technisches Problem gewesen. „Die Vorgänge werden jetzt umfassend aufgearbeitet“, kündigte das Ministerium in Berlin an. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten bei der weiteren Entwicklung des Warnsystems berücksichtigt werden.

Anhörung um Innenausschuss

In dem Kontext möchten wir exklusiv darauf hinweisen, dass selbst der Deutsche Bundestag sich damit noch beschäftigen wird. Es wird unseren Informationen aus Berlin zufolge noch eine Sachverständigenanhörung im Innenausschuss geben. Und zwar noch in diesem Jahr.

Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, bezeichnete den Warntag als „Fiasko“. Statt die Bevölkerung mit den Warnsystemen vertraut zu machen, habe der Tag gezeigt, dass diese nicht vernünftig funktionierten. „Im Bereich Katastrophen- und Bevölkerungsschutz gibt es praktisch in ganz Deutschland besteht dringenden Handlungsbedarf“, so Theurer. Die Bundesregierung müsse jetzt das Versagen der verschiedenen Systeme aufarbeiten und konkrete Lösungen präsentieren.

Wir können uns dem nur anschließen. Und wir können nur darauf verweisen, dass wir letztlich bestmöglich selbst vorsorgen müssen. Jede/r im Rahmen seiner Möglichkeiten.