Liebe Leser, 

der Mega-Trend „Wasserknappheit“ beschäftigt uns ja schon seit geraumer Zeit. Aber das Thema ist so brisant, dass selbst Wissenschaftler an Deutschlands Universitäten Experimente mit Blick auf die dramatischen Dürre-Folgen machen. Was sind die Folgen der Klimaerwärmung?

Reisernten könnten kollabieren 

Experten der Ludwig Karls Uni in Tübingen wollten herausfinden, inwiefern der Klimawandel die globalen Reisernten bis Ende des Jahrhunderts tangieren könnte. Reis stellt ja für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung das wichtigste Grundnahrungsmittel dar. Global gesehen liefert dieses Getreide die meisten Kalorien pro Kopf und Tag. Doch wie viele andere Nutzpflanzen auch gerät der Reis durch die klimatischen Veränderungen unter Druck. So gehen schon allein durch die Erwärmung die Erträge des Getreides zurück. Zusätzlich nehmen die Pflanzen aber auch mehr Arsen auf. Dieses ist giftig und beeinträchtigt die Bildung der Reiskörner. Dadurch wird der Ertrag zusätzlich verringert. 

Um mehr über die Folgen der Klimaerwärmung herauszufinden, haben die Wissenschaftler Experimente mit der kalifornischen Reisvariante Oryza sativa M206 durchgeführt. Für ihre Studie ließen sie das Getreide in Gewächshäusern unter unterschiedlichen Bedingungen wachsen. Dabei variierten sie neben dem Arsengehalt im Boden die Temperatur und die CO2-Konzentration in der Luft. Einmal war der Reis 33 Grad Celsius und 415 ppmv CO2 und damit für Kalifornien und viele asiatische Anbauregionen heute typischen Bedingungen ausgesetzt. Im zweiten Klimaszenario herrschten dagegen 38 Grad Celsius und CO2-Werte von 850 ppmv. 

Folgen der Klimaerwärmung
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Folgen der Klimaerwärmung: Giftige Stoffe

Im Ergebnis kam heraus, dass allein die simulierte Klimaerwärmung bei dem Reis zu Ernteverlusten von 16 Prozent führte. Daneben zeichnete sich jedoch eine weitere folgenschwere Entwicklung ab. Durch den Temperaturanstieg von fünf Grad Celsius verdoppelte sich zusätzlich die Konzentration von anorganischem Arsen in den Reiskörnern – das galt für jeden der getesteten Arsengehalte im Boden. Arsen ist nicht nur giftig für den Menschen und kann bei langfristiger Aufnahme schon in geringen Mengen Krebs fördern. Das Halbmetall beeinträchtigt auch die Bildung der Reiskörner negativ. 

Also, unter dem Strich könnte die Reisproduktion bis zum Ende dieses Jahrhunderts um bis zu circa 40 Prozent zurückgehen. Zusätzlich könnte das Getreide deutlich über die heutigen EU-Grenzwerte hinaus mit Arsen belastet sein. 

Also, die Lage ist wahrlich dramatisch. Sorgen Sie vor, solange das noch irgend möglich ist!

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