Ein Gemüsegarten ist ein wichtiger Baustein, um autark überleben zu können. Er liefert Ihnen viele wichtige Nahrungsmittel. Diesen können Sie selbst ganz einfach anlegen. Wie Sie erfolgreich Bohnen anbauen, haben wir Ihnen schon hier gezeigt. Heute geht es um allgemeine Tipps und Tricks zur eigenen Samengärtnerei.

Grundsätzlich ist der Kauf von Samen viel billiger als der Kauf von Gemüse. Eine eigene Samengärtnerei kostet Sie lediglich etwas Zeit und Arbeit im Freien.

Das Sammeln von Samen

Die meisten Samen können Sie ohne Probleme selbst ziehen. Dafür ist es nur notwendig, ein paar Pflanzen mehr anzubauen, als Sie essen möchten. Warum? Ganz einfach: Lassen Sie die Samen dieser »übrig gebliebenen» Pflanzen ausbilden und sammeln Sie diese ein. Im Folgejahr können Sie diese dann aussähen.

Mein Tipp: Wichtig dabei ist, die Pflanzensorte rein zu halten. Das heißt, alles, was nicht sortentreu ist, muss entfernt werden.

In der Regel bildet eine Pflanze genügend Samen für das kommende Jahr. Die Samenreifung dauert normalerweise etwas länger und nimmt daher viel Geduld in Anspruch. Dagegen können Sie Folgendes tun:

✓ Geben Sie den »Samenträgern» durch eine frühere Anzucht, zum Beispiel unter einem Glas oder einer Folie, etwas Vorsprung, damit sie früher reifen.

✓ Am einfachsten sind Auberginen, Paprika, Melonen, Kürbisse und Tomaten.

✓ Lassen Sie diese entsprechend reif werden (sie können sogar »überreif» sein).

✓ Sammeln oder waschen Sie die Samen heraus.

✓ Lassen Sie diese auf Zeitungspapier trocknen.

✓ Bewahren Sie die Samen dann an einem trockenen Platz auf.

Mein Tipp: Am besten eignet sich ein verschließbarer Glasbehälter. Zur nächsten Saatzeit werden sie einfach in den Boden gelegt.

In folgendem Video sehen Sie weitere Tipps zur Samengewinnung:

Gurken

Gurken sind nicht ganz so einfach zu vermehren. Sie müssen »künstlich» bestäubt werden. Und das geht so:

✓ Nehmen Sie eine männliche Gurkenblüte (sie sitzt im Gegensatz zur weiblichen nicht auf einer kleinen Gurke).

✓ Entfernen Sie vorsichtig die Blätter und »bürsten» Sie mit einem feinen Pinsel die Pollen in die Mitte der weiblichen Blüten.

✓ Die weiblichen Blüten sind allerdings nur zwei bis drei Tage offen und somit befruchtungsfähig.

✓ Um sicher zu gehen, dass sie wirklich bestäubt wurde, sollten Sie den Vorgang an allen Tagen, an denen die Blüte geöffnet ist, vornehmen.

✓ Wenn die daraus entstandenen Gurken reif sind, werden die Samen wie bereits oben beschrieben aus der Frucht entfernt, getrocknet und aufbewahrt.

Kohl

Kohlsamen benötigen viel Geduld, da die Pflanzen sehr lange im Boden bleiben müssen, um ihre Samen auszubilden.

Salat

Beim Salat ist die Samengewinnung wiederum recht einfach. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass nur die wirklich guten Salatpflanzen Samen ausbilden.

Die wichtigsten To-Dos für den Anbau von frischem Salat zeigt Ihnen dieses Video:

Zweijähriges Gemüse

Rote Beete, Pastinaken, Möhren, Speiserüben, Zwiebeln und Kohlrüben sind zweijährige Pflanzen. Sie werden am besten im ersten Herbst aus dem Boden genommen undkühl eingelagert. Dann können sie im späten Winter oder im Frühjahr wieder in den Boden zurückgesteckt werden. Nun bilden sie Wurzeln, schießen hoch und bilden Samen aus.

Mein Tipp: Lauch kann im Boden bleiben. Er schießt ebenfalls, wobei er sehr groß wird und sehr schöne Blüten zeigt, die dann wiederum die Samen ausbilden. Ebenso lässt man die Schwarzwurzel einfach weiterwachsen und im zweiten Jahr Samen bilden.

Die vegetative Vermehrung

Eine weitere Möglichkeit der Vermehrung von Pflanzen ist die sogenannte »vegetative Vermehrung».

Die Idee besteht darin, andauernde Pflanzen wie zum Beispiel Obstbäume und Beerensträucher durch Teilung zu vermehren. Das ist im Grunde sehr einfach und geht auch viel schneller als die Aufzucht mit Samen. Außer- dem hat man keine unabsichtlichen Kreuzungen zu befürchten, denn genau genommen ist die »neue Pflanze» gleichzeitig die »Mutterpflanze».

Unter die vegetative Vermehrung fällt auch das Treiben von Ablegern, wie etwa bei der Erdbeere. Sie werden von der Mutterpflanze getrennt und eingepflanzt.

Vermehrung durch Senkreis

Eine ähnliche Vorgehensweise ist die Vermehrung durch Senkreis. Und die geht so:

✓ Biegen Sie einen Zweig (zum Beispiel eines Beeren-strauches) in Richtung Boden und befestigen Sie ihn dort.

✓ Mit der Zeit schlägt der Zweig Wurzeln.

✓ Schneiden Sie ihn von der Mutterpflanze ab.

✓ Pflanzen Sie ihn an einem anderen Standort wieder ein.

Mein Tipp: Sinnvoll ist es, wenn Sie unter den Zweig einen Blumentopf in die Erde eingraben. Sobald die Pflanze fest verwurzelt ist, können Sie diese dann abschneiden und ganz einfach mit dem Topf aus der Erde nehmen.

Vermehrung durch Wurzelstockteilung

Für die Vermehrung durch Wurzelstockteilung werden bei Pflanzen wie Schalotten, Rhabarber oder auch bei vielen Kräutern die Wurzelstöcke ausgegraben, in mehrere kleine Teile getrennt und wieder eingegraben.

Jungholzstecklinge sind die Spitzen junger und gesunder Triebe:

✓ Schneiden Sie diese im Frühjahr ab.

✓ Stecken Sie sie in den Boden gesteckt (am besten im Frühbeet).

✓ Dort treiben sie Wurzeln.

✓ Pflanzen Sie sie später um.

Einfacher und erfolgsversprechender sind die Altholzstecklinge. Hierbei handelt es sich um frisch gewachsene, bereits verholzte Pflanzenteile von Ästen und Stämmen:

✓ Schneiden Sie diese im Herbst.

✓ Vergraben Sie sie über den Winter in Sand.

✓ Bewahren Sie sie im Haus auf.

✓ Pflanzen Sie die Stecklinge im Frühjahr ins Freiland gepflanzt.

Mein Tipp: Empfindliche Stecklinge haben die größten Chancen in einem Anzuchtkasten.

Damit der Gemüsegarten wächst und gedeiht, sollten Sie auch diese wichtigen Tipps zur richtigen Fruchtfolge beachten.

2 Idee über “Gemüsegarten anlegen: Tipps für Ihre eigene Samengärtnerei

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