Liebe Leser, 

in Frankreich geht es ja schon geraumer Zeit „rund“. Im wahrsten Sinne. Und das nicht nur, seit die „gelben Westen“ auf der Bühne erschienen. Heute soll es um das Thema Generalstreik Frankreich gehen – in wie weit sind auch wir davon betroffen?

Generalstreik Frankreich: Das Land ist lahmgelegt

In jüngster Vergangenheit sorgte der von den Gewerkschaften gemeinsam ausgerufene Generalstreik für Schlagzeilen. Die Züge standen, Flugzeuge hoben nicht ab. Es war von massivsten Verkehrsbeeinträchtigungen die Rede. 90 Prozent der Schnellzüge und 70 Prozent der Regionalzüge fielen nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft SNCF aus. Auch Verbindungen ins Ausland mit dem Thalys und dem Eurostar waren betroffen. 

Generalstreik Frankreich
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Auch Deutschland ist betroffen 

Sehr spannend ist auch, dass der Generalstreik auch Konsequenzen für Deutschland hat. Die Deutsche Bahn teilte in diesem Kontext kurz mit, dass an Streiktagen im Fernverkehr keine Zugfahrten von und nach Frankreich stattfinden würden. Das ist schon erheblich. Im Flugverkehr gab es auch massive Einschränkungen. Die große Fluggesellschaft des Landes, Air France, strich fast ein Drittel ihrer Inlandsflüge und ein Zehntel der Mittelstreckenflüge. Auch Transavia, Easyjet und Ryanair annullierten Flüge. Zuvor wurden diversen Fluggesellschaften von der französischen Behörde für Zivilluftfahrt aufgerufen, ihr Angebot herunterzufahren. 

Des Weiteren sei erwähnt, dass auch Schulen und Krankenhäuser bestreikt wurden. Kurzum, so ein massiver Streik wäre für deutsche Verhältnisse wahrlich mehr als nur ungewöhnlich, ja absolut außergewöhnlich. Die Deutschen gelten ja wahrlich als duldsamer und leidensfähiger. Dennoch werden wir oft befragt, warum der Deutsche Michel nicht wie die französischen Nachbarn auf die Straße gehen. Letztlich ist das unserer bescheidenen Einschätzung nach eine Mentalitätsfrage. Keinem anderen als Napoleon höchstpersönlich wird folgende prägnante Aussage über die Deutschen zugeschrieben: 

„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“ 

Ja, das ist sehr viel wahres dran. ABER – wenn der Michel „böse“ wird, dann räumt er gründlich auf. Wann könnte das der Fall sein? 

Unserer Einschätzung nach wird nicht mehr allzu viel Wasser den Rhein herunter fließen. Spätestens bei der nächsten Banken- und Wirtschaftskrise wird dem so sein. Dann ist es auch egal, ob der „Michel“ via Deflation oder Inflation sein Erspartes verliert. Und das könnte wesentlich schneller passieren als selbst so mancher Pessimist befürchtet. Wir werden es erleben.

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