»Papiergeld ist in der Krise nichts mehr wert. Das wissen aber auch die Regierungen. Kann deshalb schon vorher ein Goldverbot kommen?« fragt Leser Thomas T. aus Kiel.

Antwort: Es gibt einige »Experten« die so argumentieren. Darunter sind viele Berater von Banken und Sparkassen. Meist tun sie das aber nicht aus »Überzeugung«, sondern weil man Ihnen etwas anderes »aufschwatzen« will, das einfach mehr Provision bringt.

Dennoch ist Ihre Frage völlig berechtigt und Sie denken weiter.

Denn während einer globalen Krise wird auch das Papiergeld noch soviel Wert sein, wie das, auf dem es gedruckt ist: nämlich nichts. Papiergeld ist nur ein Versprechen einer Regierung und ihrer Zentralbank, wertlosem Papierdurch Legitimierung Wert zu verleihen. Bis in die 1970er-Jahre waren die Währungen noch mit der gleichen Menge Gold als Gegengewicht gedeckt. Aber diese Zeiten sind schon lange vorbei.

Heute wird Geld quasi per »Knopfdruck« generiert und zwar virtuell. Das sogenannte »Fiat Money« ist durch nichts gedeckt.

Staatlich verordnete Enteignungen sind auch in Deutschland möglich!

Aber zurück zu Ihrer Frage: Theoretisch ist ein Goldbesitzverbot auch in Deutschland möglich:

Zwar garantiert unser Grundgesetz nach Artikel 14 das Eigentum und damit auch den freien Goldbesitz. Absatz 3 des Artikels schränkt jedoch ein, dass Enteignungen »zum Wohl der Allgemeinheit« zulässig sind.

Dort steht nämlich wortwörtlich:

»Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen.«

Dies ist eine Freifahrkarte für Krisen- und Crashzeiten. Denn dann könnten Enteignungen zum Wohle der Allgemeinheit mit allerhand fadenscheinigen Begründungen durchgeführt werden.

Kommt ein Goldverbot? Das sagt Experte Daniel Sauer:

Der Staat ist aber nicht allwissend

Natürlich will eine Regierung in Krisenzeiten Zugriff auf Ihr Vermögen. Bei anonymem Goldbesitz ist das jedoch sehr schwierig: Wie soll das der Staat am besten anstellen? Goldbesitz zu verbieten und es zu beschlagnahmen ist nur schwer durchführbar und die Erfahrungen ausdem Goldverbot in den USA der 1930er Jahre haben gezeigt, dass dort in Wahrheit nur 30 Prozent des Edelmetalls staatlich requiriert werden konnte. Bei uns haben die meisten Anleger Gold anonym gekauft. Der Staat kann aber nicht 40,4 Millionen Haushalte und 82 Millionen Menschen »durchsuchen«.

Mein Rat: Deshalb brauchen Sie keine Angst vor einem Goldverbot zu haben. Ich gehe aber davon aus, dass der Staat ein Goldhandelsverbot verhängen könnte, also Repressalien gegen Edelmetallhändler. Das ist weniger aufwendig. Die rund 200 Münzhändler sind besser zu kontrollieren als ein Millionenvolk.

Das bedeutet für Sie: Bei einem Goldhandelsverbot würde der Wert des gelben Edelmetalls durch die Decke schießen und Sie wären der Gewinner, wenn Sie es vordem Goldhandelsverbot gekauft hätten!

Edelmetalle sind ein »Muss«!

Aber ich bin immer ehrlich zu Ihnen und dazu gehört auch folgende bittere Wahrheit: Die Zeiten der materiellen Sicherheit, an die Sie sich in den letzten fünfzig Jahren gewöhnt haben, sind vorbei.

Edelmetalle wie Gold und Silber sind für mich die einzigen mobilen, weltweit akzeptierten, immer liquide Formen eines Vermögens.

Sie können niemals Bankrott gehen, was sie seit Jahrtausenden bewiesen haben. Sie tragen kein Kredit-Ausfallrisiko, können nicht beliebig vermehrt, kaum zerstört und vor staatlichem Zugriff verborgen werden.

Edelmetalle verrotten nicht. Ihr Wert ist klar definiert und aufgrund ihrer Wertdichte können größere Vermögenswerte auf kleinstem Raum untergebracht und transportiert werden.

Mein Rat: Investieren Sie deshalb auch weiterhin in Edelmetalle wie Gold und Silber.

Wie wird sich der Goldpreis entwickeln? Hier geben wir Ihnen eine Prognose.

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