Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen, Unruhen, Kriege: Die Nahrungs- und Versorgungssysteme können schnell zusammenbrechen. Eine gute Vorbereitung auf diesen Ernstfall ist für Sie und Ihre Familie deshalb überlebensnotwendig. Dazu gehört auch das Haltbarmachen von Lebensmitteln.

Nahrungsmittel durch Obst- oder Gemüseanbau zu gewinnen, ist nur die halbe Miete. Wenn Sie sich im Krisenfall mit selbst hergestellter, abwechslungsreicher und hochwertiger Nahrung versorgen wollen, müssen Sie Ihre Erzeugnisse richtig lagern und vor dem Verderben schützen. Das bedeutet: Sie müssen behandelt oder konserviert werden. Dazu sollten Sie auch wissen, was den Lebensmitteln schadet und was Sie dagegen tun können.

Für das Verderben zahlreicher Nahrungsmittel sind in der Hauptsache vier Faktoren verantwortlich:

1. Enzyme: Sie sind ein natürlicher Bestandteil der meisten Pflanzen, bewirken aber in einem bestimmten Zeitraum entsprechende Umwandlungen, die die Nahrungsmittel ungenießbar machen. Sie werden durch Temperaturen über 60°C oder unter 20°C funktionsunfähig.

2. Bakterien: Manche von ihnen können den einen oder anderen Konservierungsvorgang günstig beeinflussen. Andere hingegen sind schädlich, zerstören die Lebensmittel und können sogar Ihre Gesundheit gefährden. Manche Bakterien sterben erst bei 115°C Hitze ab, können also durch Kochen, was bei 100°C stattfindet, nicht unschädlich gemacht werden. Bei sauren Lebensmitteln mit einem pH-Wert von unter 4,5, werden sie allerdings inaktiv. Alle anderen Lebensmittel müssen sicherheitshalber sehr lange oder in einem Dampfdrucktopf gekocht werden.

3. Schädlicher Schimmelpilz: Es gibt auch unschädliche Schimmelpilze, trotzdem sollten Sie diese – außer vielleicht im Schimmelkäse – meiden. Als weißer pelziger oder grauschwarzer staubiger Überzug macht er uns das Leben schwer. Ab 50°C oder unter 0°C breitet er sich nicht mehr aus, ab 60°C stirbt er ab.

4. Hefepilz: Er gedeiht bei ähnlichen Temperaturen wie der Schimmelpilz. Durch ihn entsteht ein Gärvorgang, der Zucker in Alkohol umwandelt. Das ist zwar nützlich bei der Bier- und Weinherstellung, verdirbt aber leider viele Lebensmittel.

Haltbarmachen von Lebensmitteln: In Essig einlegen

Grundsätzlich können die meisten Gemüse und auch Obstsorten in Essig eingelegt werden. Das ist reine Geschmacksache.

Am bekanntesten sind eingelegte Zwiebeln, Gurken und Tomaten. Die Zutaten werden in kaltem, gewürztem Essig konserviert, was auch gleichzeitig den Geschmack intensiviert. Beim Essig sollten Sie auf die unterschiedlichen Stärken und Geschmacksrichtungen achten. Sie können ihn nach Belieben mit eigenen Kräutern nachwürzen, oder bereits als Gewürzessig kaufen.

Um die Pickles möglichst lange haltbar zu machen, sollten Sie Ihre Gläser sterilisieren und den Essig kochen. Dennoch sollten die Lebensmittel innerhalb von sechs Monaten verzehrt werden, da sie sonst an Geschmack verlieren. Die Früchte werden zuerst für eine Nacht in eine Salzlake eingelegt, um ihnen Wasser zu entziehen, anschließend in das Glas gegeben und dieses dann mit Essig aufgefüllt. Die Gläser gut verschließen.

In folgendem Video sehen Sie, wie das Einlegen schnell und einfach funktioniert:

Einsalzen

Das Einsalzen ist eine äußerst wichtige Methode um Gemüse haltbar zu machen. Salz entzieht dem Gemüse die Feuchtigkeit und somit die Grundlage für verschiedene Organismen, die Lebensmittel verderben. Außerdem mögen Bakterien kein Salz.

Einsalzen ist darüber hinaus eine sehr gute Alternative zum Einfrieren. Dadurch sparen Sie Platz im Gefrierschrank. Sie können praktisch jedes Gemüse, das fest und knackig ist, einsalzen. Sie müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass Salz den Geschmack ein wenig verändert.

Und so geht’s:

✓ Nehmen Sie sauberes, frisches und vor allem absolut unbeschädigtes Gemüse, legen es in ein Gefäß (zum Beispiel Tontopf, Steingut) und füllen es mit einer zehnprozentigen Salzlake auf.

✓ Für diese Lake wird die entsprechende Menge Salz in Wasser eingerührt und unter weiterem Rühren aufgekocht. Anschließend zugedeckt abkühlen lassen.

✓ Einen Teller auf das Gemüse legen und mit einem Stein beschweren.

✓ Etwa drei Wochen bei Zimmertemperatur stehen lassen. Kontrollieren Sie ab und zu, ob sich Schaum gebildet hat, und schöpfen diesen gegebenenfalls ab.

✓ Nach drei Wochen etwa einen Zentimeter Pflanzenöl auf das Wasser gießen, um es zu versiegeln und dann das Gefäß zugedeckt an einen kühlen Ort stellen.

✓ Um das gesalzene Gemüse zu verarbeiten, wird die gewünschte Menge herausgenommen und das Salz eine hal-be Stunde lang in kaltem Wasser ausgespült.

✓ Dann wie gewohnt garen.

Trocknen

Im Prinzip könnten Sie alle Produkte aus dem Garten trocknen. Allerdings eignen sich die einen besser als andere. Dazu gehören Kräuter, ein paar Obst- und Gemüsesorten. Das Trocknen ist das einfachste der Konservierungsverfahren, da Sie keine »Zusatzstoffe» hinzufügen müssen. Das Trocknen eignet sich vor allem in wärmeren Gefilden, da dort Früchte und Kräuter wesentlich gründlicher und auch sehr viel schneller trocknen können.

●  Obst: Besonders zum Trocknen geeignet sind Aprikosen, Äpfel, Trauben, Pfirsiche, Pflaumen, Johannisbeeren und Feigen. Großes Obst wird zerteilt, Äpfel in dünne Scheiben geschnitten, Aprikosen und Pfirsiche halbiert. Pflaumen und andere kleinere Früchte können natürlich am Stück getrocknet werden. Ganze Früchte werden am besten zuvor noch kurz blanchiert, das heißt, sie werden für etwa eine Minute in kochendes Wasser gegeben und anschließend im kalten Wasser abgekühlt.

● Gemüse: Gut trocknen lassen sich Erbsen, Bohnen, Spargel, Paprika und Zuckermais. Auch sie sollten zuerst blan-chiert werden.

Kräuter: Sie müssen vorher nicht »vorbereitet» werden. Sie können diese einfach in kleine Sträußchen binden oder direkt auf einen mit Maschendraht oder Nesseltuch bespannten Rahmen legen.

Zum Trocknen können folgende »Hilfsmittel» verwendet werden:

● Holzrahmen: Sie eignen sich nicht nur für Kräuter, sondern auch zum Trocknen von Obst und Gemüse. Im Prinzip kann jeder Trockenrahmen, der luftdurchlässig ist, entweder im Freien oder auch an einem warmen Platz im Haus verwendet werden.

● Schränke: Als Trockenschrank können Sie einen Schrank mit Schienen für mehrere Rahmen verwenden. Wer möchte, kann darunter einen Heizer oder Ofen stellen, um den Vorgang zu beschleunigen. Mittlerweile gibt es auf dem Markt auch Trockenschränke mit Solarenergie. Hier dringt, durch eine verstellbare Klappe, Luft in die Solaranlage und erhitzt sich zwischen einer Glasscheibe und einer schwarzen Rückwand. Die warme Luft steigt durch eine Steinschicht und durch den Trockenrahmen nach oben und zieht dann ab. Die Steine erhitzen sich tagsüber und halten somit auch nachts die Wärme, wodurch ein Feuchtigkeitsstau und somit ein Beschlagen der Glasscheibe verhindert wird.

● Backofen: Auch im Backofen kann getrocknet werden. Die Temperatur darf aber nicht zu hoch und die Tür muss immer offen sein.

Welche Lebensmittel Sie noch zuhause bunkern sollten, um in der Krise optimal vorbereitet zu sein, erfahren Sie hier.

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