Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen, Unruhen, Kriege: Die Nahrungs- und Versorgungssysteme können schnellzusammenbrechen. Eine gute Vorbereitung auf diesen Ernstfall ist für Sie und Ihre Familie deshalb überlebensnotwendig. Wenn Sie ihren eigenen Hofladen eröffnen, können Sie autark sein und auch für andere Lebensmittel bereit stellen.

Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: Nach einer Naturkatastrophe wie einem Tornado, einem bewaffneten Konflikt oder Ausbruch einer Pandemie gibt es nichts mehr zu essen.

Die staatliche Lebensmittelversorgung reicht nur für wenige Wochen und die Supermärkte sind schon lange leer. Sie aber betreiben einen Hofladen, der autark hergestellte Nahrung verkauft.

Dann gehören Sie zu den Gewinnern. Nicht nur, weil Sie für sich und Ihre Familie auf Lebensmittel zurückgreifen können, sondern auch, weil Sie diese anderen Bedürftigen anbieten können.

Welche Überlegungen Sie sich zu einem eigenen Hofladen machen sollten und wie Sie diesen organisieren, erfahren Sie jetzt.

Ihre CHECKLISTE – der eigene Hofladen

Folgende Vorüberlegungen sollten Sie tätigen:

✓ Zunächst benötigen Sie genügend Kapital, um überhaupt einen solchen Laden zu finanzieren

✓ Dann sollten Sie über das Sortiment, dessen Beschaffung und die Akquirierung von Kunden nachdenken.

✓ Deshalb ist zu überlegen, ob Sie den Laden alleine „aufziehen“ wollen oder nicht.

Mein Rat: Auch wenn sich mehrere Leute zusammentun, können sich die Bewirtschaftung und das Führen eines eigenen Hofladens lohnen, da das Risiko und der Kapitalbedarf untereinander aufgeteilt sind.

Egal, für welche Möglichkeit Sie sich letztlich entscheiden, Sie müssen Folgendes beachten:

✓ Die Kunden der Hofläden sind heute eine Zielgruppe mit hohem Bildungsgrad und hohem Durchschnittseinkommen.

✓ Ein großer Anteil der Kunden hat Kinder und zeichnet sich durch ein hohes Gesundheitsbewusstsein aus, die die Methoden der Nahrungsmittelproduktion und ihre Auswirkungen auf die Umwelt hinterfragen.

✓ Die Direktvermarktung setzt also eine besondere Vertrauensbeziehung voraus.

In folgendem Video sehen Sie, wie ihr eigener Hofladen aussehen könnte:

So gehen Sie vor

Sie müssen sich zunächst sehr viele Fragen stellen. Da die Konzeption eines eigenen Hofladens von Ihren individuellen Fähigkeiten, Zielen, Wünschen, dem Umfeld und der Region abhängt, beschränke ich mich an dieser Stelle auf die allgemeinen Punkte, die bei einem solchen Vorhaben zu beachten sind.

Der erste Schritt ist die Erarbeitung eines ausführlichen Geschäftsplanes. Dieser sollte folgende Punkte enthalten:

Betriebsziel (was möchte ich verkaufen?)

Betriebsgröße: Wie viele Arbeitskräfte stehen zur Verfügung?

✓ Welche Räumlichkeiten kann ich nutzen?

✓ Wie viel Anbaufläche gibt es?

Persönliches (welche Erfahrungen habe ich, was sind meine Stärken und Schwächen, wie viel Zeit kann ich investieren)?

Produkte (welche kann ich selbst produzieren, welche muss ich zukaufen, welche kann ich selbst veredeln, welches sind meine Nischenprodukte)?

Kundenstamm-Analyse (Charakterisieren Sie die Kunden, die zu Ihnen kommen, für welche Kunden sind Ihre Produkte gedacht?

✓ Aus welchem Umkreis kommen die Kunden?

Frequenz: Wie oft kommen die Kunden?

Service: Welchen Service biete ich an?

✓ Welche Vorteile haben meine Kunden gegenüber der Konkurrenz?

✓ Welche Dienstleistungen biete ich überhaupt an?

Vermarktung: Welche Vertriebswege nutze ich?

✓ In welcher Form können die Kunden bezahlen, gibt es Rabattsysteme oder Vergünstigungen?

✓ Kann ich auch überregional vermarkten?

Werbung: Welche Werbemedien möchten ich nutzen und wie sieht meine Werbevorplanung genau aus?

✓ Wo können mich meine Kunden erreichen?

✓ Gibt es eine Werbeidee für meine Produkte?

Wettbewerb: Wer und wo sind meine Konkurrenten, welche Produkte bieten diese an, welche Kunden haben sie, wie innovativ sind diese?

✓ Kann ich vielleicht mit jemandem kooperieren?

✓ Wie unterscheide ich mich gegenüber der Konkurrenz in Bezug auf Preis, Qualität, Service, Lage, Freundlichkeit und Sortiment?

Finanz- und Umsatzfaktoren: Welche Kosten entstehen für mich, gibt es Miet- oder Pachtkosten?

✓ Wie sieht es mit der Kapitalbeschaffung aus?

✓ Muss ich zusätzlich Personal bezahlen?

✓ Mit welchen Umsätzen rechne ich und wie sieht die mittel- und langfristige Umsatzplanung aus?

Hofladen eröffnen– weitere Tipps:

✓ Beobachten Sie den Markt und stellen Sie fest, wie andere ihre Werbung und Verkaufssysteme ausrichten

✓ Wollen Sie zusätzlich Seminare über Ihre Produkte anbieten?

✓ Erstellen Sie eine komplette Hofladenplanung und halten Sie diese in Ihrem Geschäftsplan fest

✓ Führen Sie Buch über jeden einzelnen Arbeitsschritt

✓ Beachten Sie bauliche Maßnahmen

✓ Wie ist Verkehrsanbindung (Straßennähe und Erreichbarkeit)?

✓Mit welchem Gewicht und wie sollen die Produkte verpackt werden?

✓ Je größer das Einzugsgebiet, desto besser für Sie

Sie sehen: Es ist nicht ganz so leicht, einen eigenen Hofladen zu planen, zu eröffnen und erfolgreich zu führen. Doch in Krisenzeiten, wenn die Supermärkte leer und die Versorgungslage für die Landbevölkerung problematisch ist, wird man Ihnen Ihre Produkte aus den Händen reißen.

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