Eine autarke Versorgung ist wichtig. Sowieso, wenn es nach einem Eurocrash oder Krieg nichts mehr im Supermarkt zu kaufen gibt. Monat für Monat kläre ich Sie deshalb auf, wie Sie einen eigenen Garten bewirtschaften, Tiere halten und eigene Lebensmittel herstellen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie einen Holzbackofen selber bauen, in dem Sie Brot und andere Speisen zubereiten können.

Für Selbstversorger kann ein eigener Backofen im Garten nützliche und praktische Dienste erweisen. Ein eigener Holzbackofen ist schon etwas ganz Besonderes und so wundert es nicht, dass er bei »Kennern» gegenwärtig eine wahre Renaissance erfährt.

Es mag sich zwar seltsam anhören, aber zunächst einmal benötigt jeder, der einen Holzbackofen bauen will, eine Baugenehmigung. Ja, Sie haben richtig gehört, dennnach der Bauordnung handelt es sich bei einem Backofen im Garten, grundsätzlich um ein »Gebäude» (!), ganzegal, wie klein oder groß er später sein wird.

Zusätzlich befindet sich in diesem »Gebäude» ja auch noch eine Feuerstelle, die ebenfalls genehmigungspflichtig ist. Außerdem muss der Schornsteinfeger den Schornstein des Ofens für die Inbetriebnahme prüfen und zulassen. Trotz all dieser Vorschriften gibt es aber auch Positives zu vermelden: Wenn man nämlich alle Regeln des geltenden Baurechts bei der Planung einhält und nach dem Stand der Technik baut, gibt es normalerweise keine Probleme mit der Genehmigung.

Mein Rat: Am besten erkundigen Sie sich beim zuständigen Bauamt, ob und mit welchen Voraussetzungen ein Backofen im Garten überhaupt gebaut werden darf. Für die eigene Sicherheit ist es sinnvoll, bei der Platzierung des Ofens die vorherrschende Windrichtung zu kennen. Schließlich möchte man selbst ja auch nicht »eingequalmt» werden.

Der Lehmbackofen / Steinbackofen

Das Fundament

Wenn sie einen Holzbackofen selber bauen möchten, starten Sie mit einem soliden Fundament. Nach den Verordnungen im Bauwesen muss der Ofen auf einem Fundament gebaut werden, welches frostfrei und auf gewachsenem Boden gegründet ist. Dies kann eine Grube sein, die mit gestampftem Beton gefüllt ist oder ein gemauertes Fundament. Die darauf liegende Betonplatte darf jedenfalls nicht direkt auf dem Erdreich aufliegen. Besser ist es, eine mindestens 10 Zentimeter hohe Schicht Kies aufzulegen und darauf die Platte zuplatzieren. Grundsätzlich reicht eine Fundamenttiefe von 80 Zentimeter aus.

Holzbackofen selber bauen: Der Sockel

Auf das Fundament wird ein Sockel gebaut. Hierbei gibt es verschiedene Varianten, je nach Geschmack, Verwendung und Aufbau. Der Sockel kann massiv gemauert, in Beton (mithilfe von Schalenbrettern), gegossen oder als Betonplatte auf vier gemauerten Stützpfeilern befestigt werden. Soll der Sockel besonders »schön» aussehen, kann er beispielsweise mit Klinkersteinen oder Fliesen umlegt werden.

Holzbackofen selber bauen – in folgendem Video wird dieser Schritt gut veranschaulicht:

Die Backofenkuppel:

Die Backofenkuppel ist das zentrale Element des Back- ofens. Deren Form sollte baulich umsetzbar sein, den größtmöglichen Wärmerückhalt und eine optimale Wärmeverteilung gewährleisten. Aus diesen Gründenhat sich im Laufe der Jahrhunderte, die Kuppelform, mit einem ebenen Boden und einer Rundkuppel, als Backraumgewölbe durchgesetzt. Die Lehmbauweise orientiert sich nach historischen Vorbildern und ist die günstigsteund einfachste Lösung.

Schritt für Schritt:

  • Bilden Sie auf einem gestampften Lehmboden einen feuchten Sandhaufen in Form eines großen Brotlaibes. Öffnung der Kuppel mit einer »Türattrappe» aus Styropor vorgeben.
  • Tragen Sie Lehm auf den festgeklopften Sandhügel auf. Je dichter der Lehm angerührt wurde, umso weniger Risse treten später durch die Hitze auf. Die Risse müssen regelmäßig ausgefugt werden.

Mein Rat: Am besten ist der Lehm, wenn er gerade noch verarbeitet werden kann. Die Lehmschicht sollte etwa sechs Zentimeter betragen und wird mindestens 24 Stunden an der Luft getrocknet. Möglicherweise haben sich schon beim Trocknen leichte Risse gebildet. Diese sofort ausbessern. Tragen Sie auf Lehmkuppel eine Schicht wärmeisolierendes Material etwa drei Zentimeter dick auf. Dazu eignetsich am besten Isoliermörtel, der aus dem Schornsteinbau bekannt ist.

  • Als Armierung eignet sich Vogeldraht: Das Geflecht können Sie mit einer Blechschere recht einfach sozuschneiden, dass es sich optimal an die Kuppel anpasst.
  • Die oberste Deckschale kann ebenfalls aus Lehm ge-staltet werden, dann jedoch muss der Backofen überdacht werden, da der Lehm nicht sehr wasser- und witterungsbeständig ist. Es empfiehlt sich daher, für die äußerste Schicht, Beton oder ein anderes wasser- undurchlässiges Material zu verwenden.
  • Nach einer Woche Styroportür entfernen und Sand aus der fertigen Kuppel herausschaufeln. Dann zwei bis drei Tage durchtrocknen lassen und Sandreste ganzleicht mit einem Handbesen abkehren. Sie können die Backraumkuppel aber auch mit Schamottsteinen mauern. Grundlage hierfür ist eine Schamottplatte. Als Gewölbe kann im Fachhandel ein sogenannter »Halbwölber» gekauft werden. Es gibt ihn in verschiedenen Größen. Der Vorteil gegenüber einzelnen Steinen besteht darin, dass er engere Fugen besitzt. Trotzdem ist es natürlich auch möglich, einzelne Steinezu verwenden.

Schritt für Schritt:

  • Schneiden Sie zwei Schablonen aus Holzplatten für die Gewölbeform und stellen diese auf Keile.
  • Mauern Sie die Steine in der vorgegebenen Form direkt auf die Backofenplatte. Entfernen Sie die Schablonen, sobald der Mörtel getrocknet ist.

Mein Rat: Um eine optimale Stabilität zu erreichen, sollten Sie die Reihen jeweils um einen halben Stein versetzt bauen. Die hintere Wand wird in der Regel senkrecht mit Schamottsteinen gebaut, um die Stabilität zu gewährleisten.

Der Backraum:

Die Größe des Backraumes richtet sich nach der gewünschten Backkapazität. Sie müssen sich überlegen, ob Sie nur für sich selbst oder auch für den Verkauf backen wollen. Ratsam ist auf jeden Fall eine Fläche von 60 bis 80 Zentimeter Breite und 100 bis 150 Zentimeter Länge.

Schritt für Schritt:

  • Die Tür, die den Ofen verschließen soll, muss unbedingt aus feuerfestem Material bestehen. Ob Sie dazu einfaches Blech, Eisen oder Beton nehmen, ist abhängig davon, ob Sie die Tür selbst herstellen.
  • Eine Tür aus Beton ist eine gute Wahl, denn sie kann recht einfach und sehr passgenau gestaltet werden: Negativform in ein Styroporteil schneiden und Tür in Beton gießen. Als Armierung eignet sich ein Vogeldraht. Vergessen Sie aber nicht den Türgriff und die Löcher für die späteren Türscharniere mit einzulassen!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wärmeisolierung. Am einfachsten gelingt dies mit Steinwolle. Sie ist unbrennbar, hoch hitzebeständig und vor allem preisgünstig. Beachten Sie, dass bei alukaschierter Steinwolle die Folie nach außen zeigt und nicht dem Backraumgewölbe zugewandt ist.

Ein weiterer unerlässlicher Teil ist der Schornstein. Auch hier gibt es Verordnungen zur Verhütung von Bränden.Vor dem Bau sollten Sie sich deshalb genauestens darüber informieren.

Wegen der speziellen Betriebsweise eines selbst gebauten Backofens bietet sich ein zweischaliger Schornstein mit einem Rauchgas führenden Rohr aus Schamotte und einer Ummantelung aus Klinker (hart gebrannte Ziegelsteine) an.

Das Schamotterohr wird in das Backraumgewölbe soeingesetzt, dass das Rohr im oberen bis mittleren Bereichdes Gewölbesteins greift. Dazu werden am Gewölbebogen am vorgesehenen Schornsteinausgang zwei Steineausgespart.

Nun wird das Rohr mit einer Glas- oder Keramikfaserschnur umwickelt und mit Schamottmörtel umfasst.

Nach zwei bis drei Tagen, wenn der Mörtel trocken ist, wird damit nochmals nachgefüllt und die restlichen Rohrteile aufgesetzt.

Und so nutzen Sie Ihren eigenen Backofen:

Täglich eine Woche lang ein zuerst kleines und dann größer werdendes Feuer machen, um den Ofen nochmals komplett durchzutrocknen und einzubrennen.

Nach jedem Brenn- und späteren Backvorgang muss der Ofen gesäubert werden. Das geht am besten mit einem Strohbesen (auf gar keinen Fall Kunststoff verwenden!) oder einem feuchten Tuch.

Für die ersten Backversuche lohnt es sich, ein Backthermometer anzuschaffen, um die Temperatur möglichst genau zu bestimmen, weil nicht jedes Brot die gleiche Zeit benötigt.

Natürlich können in diesem Ofen nicht nur Brot, sondern auch Pizzen oder Süßspeisen zubereitet und gebacken werden. 

Tipp: Auch einen eigenen Brunnen im Garten kann man selber bauen. Hier haben wir Ihnen die wichtigsten Schritte vorgestellt: Brunnenbau: So graben Sie Ihren eigenen Brunnen!

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