14. November 2022Beitrag von Louisa Lehmann

Hühnerhaltung leicht gemacht: So gelingt die Gartenhaltung

Hühner sind ideale »Krisen-Tiere»: Sie liefern Eier und im Notfall auch Fleisch. Um sie selber zu halten benötigen Sie auch keine riesige Wiese, ein Stall im Garten mit etwas Auslauf reicht völlig aus. Wir zeigen Ihnen heute, wie Sie die Hühnerhaltung im Garten umsetzen können. Mit folgenden Tipps fühlen sich auch die Hühner wohl.Hühnerhaltung im Garten

In diesem Beitrag:

Bevor Sie beginnen: Erste Schritte zur Hühnerhaltung

Bevor Sie sich entscheiden, Hühner zu kaufen, sollten Sie folgende Überlegungen anstellen:

  • Erlauben es die örtlichen Vorschriften, dass Sie einen Hühnerstall bauen dürfen?
  • Hühner brauchen Auslauf: Ein Hahn und 10 Hühner etwa 150 bis 200 Quadratmeter. Ist dies gegeben?
  • Mit oder ohne Hahn? Wenn Sie keinen Hahn anschaffen, wird es Ihnen die Nachbarschaft danken, mit Hahn gibt es eine eigene Nachzucht fast von »selbst». Der Hahn ist darüber hinaus ein sehr guter Beschützer der Hennen.

Einige weitere erste Überlegungen sowie die sieben Grundlagen zur Hühnerhaltung finden sie in diesem Beitrag.

Welche Hühnerrassen eignen sich für Anfänger und darf ich sie halten?

  • Erlauben es die örtlichen Vorschriften, dass Sie überhaupt einen Hühnerstall bauen dürfen? Hier finden Sie die grundsätzlichen Bestimmungen.
  • Hühner brauchen Auslauf: ein Hahn und 10 Hühner brauchen etwa 150 bis 200 Quadratmeter. Ist dies gegeben?
  • Mit einem Hahn gibt es eine eigene Nachzucht fast von »selbst«. Der Hahn ist darüber hinaus ein sehr guter Beschützer der Hennen.

Hühnerhaltung an sich ist nicht weiter schwierig, allerdings sollten Sie sich tatsächlich gut überlegen, welche Legehennenrasse Sie sich anschaffen.

Hier eine kleine Auswahl an Hühnerrassen für Anfänger:

Jede Rasse hat ihre besonderen Eigenschaften. Bedenken Sie bei der Auswahl auch, wie viel Platz Sie für die Tiere haben und wie Ihre eigenen Prioritäten sind: Wollen Sie viele Eier oder gutes Fleisch für den Eigenbedarf?

  • Zwerg-Ancona: Kleinere Ausführung der Rasse Ancona, die hübsche kleine weißschalige Eier legt. Es sind allerdings etwas eigensinnige Hühner.
  • Weiße Leghorn: Mittelgroße Henne mit weißem Gefieder, legt 200 bis 300 weißschalige Eier von guter Größe pro Jahr. Sie eignet sich besonders gut für Höfe und Gärten.
  • Schwarzbunte Leghorn: Mittelgroße Hennen mit schwarz-weißem Gefieder, sehr gute Legeleistung, weiße Eier. Eine gute traditionelle Wahl für kleine Höfe und Gärten.
  • Braune Legehehenne/ ISA Brown: Goldfarbenes Gefieder, ausgezeichnete Legehenne, die braunschalige Eier von guter Größe legt. Für jeden, der eine sehr widerstandsfähige Henne will eine gute Wahl.
  • Rote Rhodeländer: Eine traditionelle, robuste Rasse mit rotem bis dunkel-braunen Gefieder und gelbem Fleisch. Sie legt dunkel-braune Eier und ist ein guter Fleisch- und Eierlieferant, sehr gute Legehenne im Winter.
  • Sussex: Weißes Gefieder, cremefarbenes Fleisch, sehr widerstandsfähig. Als Legehenne und auch als Fleischlieferant sehr interessant.
  • Plymouth Rock: Diese kleine aber widerstandsfähige Haushühnerrasse ist auf der ganzen Welt verbreitet und perfekt für Anfänger, mit blau-weiß gestreiftes Gefieder. Sie legt große Eier und ist auch als Fleischlieferant interessant.
  • Gâtinaise: Eine der ältesten Rassen Frankreichs, erbringt ab dem Alter von fünf Monaten eine gute Legeleistung, gute Bruthenne.
  • Marans: Eine kräftige, mittelgroße Legehenne, die wahrscheinlich am häufigsten von Privatzüchtern gehalten wird, ursprünglich ebenfalls aus Frankreich stammend. Ihre Eier sind sehr groß und rotbraun.
  • Orpington: Schwere, widerstandsfähige Henne mit gelbblau- schwarz gesäumten Gefieder und weißem Fleisch, die braunschalige Eier legt, gute Fleischlieferantin. Es handelt sich um eine englische Hühnerrasse.
  • Caussade: Eine seltene, schwarze Henne, die durch ihren kleinen Wuchs auffällt. Sie ist eine sehr gute, widerstandsfähige Legehenne mit lebhaftem Wesen.

Aber wohin mit den Hühnern? Klar doch, in einen eigenen Hühnerstall – am besten mit einem geräumigen Gehege für genügend Auslauf der Tiere.

Der Hühnerstall

Für die Hühnerhaltung im Garten sollte der Hühnerstall möglichst geräumig sein. Natürlich spielt es dabei eine erhebliche Rolle, wie es Ihr Garten oder Ihre Wiese erlaubt. Anhand der örtlichen Gegebenheiten können Sie letztendlich entscheiden, wie viele Hühner Sie sich zulegen möchten und können.

Es gibt unterschiedliche Stallarten: Kuppelförmige Kunststoff-Ställe eignen sich nur dann, wenn Sie in Ihrer Hühnerhaltung im Garten nur wenige Hühner halten wollen. Es gibt aber auch Hütten oder Bogengerüste aus Holz in allen Formen und Größen.

Was aber ist ideal für die Hühnerhaltung im Garten? Ein herkömmlicher Stall, der ausreichend groß und belüftet ist, den man betreten kann und dessen Fenster nach vorne ausgerichtet sind. Zudem sollte die Reihe der Legenester seitlich oder nach hinten platziert werden. Denken sie an solche Legenester, die eine Klappe für die Eierentnahme haben, damit Sie nicht jedes Mal den Stall betreten müssen.

Wie Sie einen Hühnerstall bauen

Unser erster Tipp für den eigenen Hühnerstall: Achten Sie unbedingt darauf, dass er trocken, warm und leicht zu reinigen ist. Weiterhin sollte der Stall mit der Vorderseite zur Mittagssonne hin ausgerichtet sein.

Zäunen Sie die Fläche, die Sie dafür ausgesucht haben mit einem Drahtgeflecht ein, das im unteren Bereich aus einem engmaschigen “Kükendraht” – auch als Sechseckgeflecht bekannt – besteht. Wenn Sie einen Draht von 2,40 Meter Breite nehmen, befestigen Sie ihn etwa 40 Zentimeter im Boden, so bleibt noch eine Einfassung von 2 Meter Höhe. Das sollte genügen, um auch den „ausflugswilligsten“ Hühnern Einhalt zu gebieten.

Denken Sie daran, auch einen kleinen Baum in das Gehege zu pflanzen, die Tiere werden im Sommer froh über diesen natürlichen Schattenspender sein. Einen speziellen Futtertrog und eine Tränke oder Wanne können Sie im Fachmarkt erwerben.

Ein extra Tipp: Wenn Sie Füchse in Ihrer Umgebung haben, können Sie das ganze Gehege auch mit einem Drahtgitter abdecken oder noch einen niedrigen, umlaufenden Elektrozaun anbringen.

Im folgenden Video erfahren Sie mehr über die Hühnerhaltung im eigenen Garten:

Wichtiges zur Hühnerhaltung

Stehen der Hühnerstall und das Gehege, ist die Arbeit jedoch noch nicht getan. Es gibt einige Faktoren, die Sie bei der Hühnerhaltung im eigenen Garten beachten sollten:

  • Sonne: Die Tiere brauchen sehr viel Sonne und frische Luft, wenn sie gesund bleiben sollen. Anders wie in den tierquälerischen industriellen Legehennenbatterien ist es wichtig, dass Sie den Hühnern Auslauf gönnen und ermöglichen.
  • Schatten: Die Sonne ist wichtig für Hühner, aber ebenso wie beim Menschen, gilt dies nur in Maßen. Pflanzen Sie also einen Baum als Schattenspender im Gehege.
  • Ohnmacht: Es kommt hin und wieder vor, dass ein Huhn in Ohnmacht fällt. In so einem Fall wird das Tier ganz schlaff und bekommt Schluckauf. Das ist ein Anzeichen, dass es innere Blutungen haben kann, die durch den Riss eines Blutgefäßes ausgelöst wurden. Die Ursachen hierfür sind im alltäglichen Hühnerleben: Übermäßige Hitze, ein Schreck, ein schrilles Geräusch oder ein Tiefflieger.
    Unser Tipp für den Ernstfall: Halten Sie das Huhn ruhig und bringen Sie es an die frische Luft. Sollte sich das Huhn nicht von selbst beruhigen oder wieder aufrappeln, sollten Sie einen Tierarzt zu Rate ziehen.
  • Gewichtsstörungen: Das mag sich bei Hühnern zwar seltsam anhören, aber dies ist ein bei der Kleinzucht häufig auftretendes Problem. Auslöser sind beispielsweise, wenn die Tiere zu viel Brot und Kartoffeln essen. Um dem vorzubeugen, zerstreuen Sie Mais im Gras. Das soll die Tiere dazu veranlassen, im Gras zu picken und sich zu bewegen, quasi ein »Fitnessprogramm» für Hühner.

Das richtige Futter

Ein weiteres wichtiges Thema ist das Füttern, weil man damit viel falsch machen kann. Hühnerhaltung im GartenSie können Ihr Hühnerfutter selbst herstellen, indem Sie Kartoffelschalen, Hafer und Wasser zu einer körnigen, feuchten, dicken Konsistenz verarbeiten.

Achtung: Keine Rhabarberblätter, gekeimte Kartoffeln oder Tollkirschen verwenden! Außerdem ist Vorsicht bei der Dosierung von Salz geboten. Es ist zwar notwendig im Futter, aber Hühner, die zu viel davon fressen, sterben.

Weitere Futtermöglichkeiten sind folgende:

  • Schalen, Grünzeug, Körner, Geflügelgrit oder Sandkörner: Diese sind sehr wichtig für die Hühner, da sie keine Zähne besitzen. So trägt der Grit dazu bei, die Körner im Muskelmagen vor der Verdauung zu zerkleinern. Außerdem ist im Grit Kalzium enthalten, das es zur Schalenbildung braucht. Sie können dem Geflügel dafür auch Kalk oder zerstoßene Eierschalen zu fressen geben.
  • Auch Futterpellets oder Spezialpellets für Legehennen sind geeignet.
  • Eine weitere Möglichkeit: Kohl oder Kürbis an einen der Umzäunungsposten in Schnabelhöhe aufhängen, sodass die Hühner daran picken können.
  • Außerdem: Altes Brot, Zuckerrüben, Kartoffeln, Gerste oder gequetschter Hafer.

Für eine bessere Legeleistung, Vitalität und Widerstandsfähigkeit können Sie Lebertran zugeben: Ein Teelöffel reicht in der Regel für ein Dutzend Küken oder Hühnchen. Ein erwachsenes Huhn benötigt etwa 28 Gramm auf 2,7 bis 3,5 Kilo Futter. Industrielles Fertigfutter enthält meistens jedoch bereits einen Zusatz an Vitamin D.

Denken Sie darüber hinaus immer an genügend Wasser! Es muss sauber sein, sonst meiden es die Hühner.

Typische Fehler bei der Haltung von Hühnern

Abhängig davon, welche Rasse Sie züchten, können Hühner immerhin wohl bis zu 200, teils auch 300 Eier pro Jahr legen. Dabei sollten Sie darauf achten, was passiert, wenn Ihre Hühner kein Ei legen. Dies kann auf das Alter der Hühner zurückzuführen sein. Größere Züchter werden die Tiere wahrscheinlich nur zwei Jahre oder etwas länger halten.

  • Der Größte Fehler besteht darin, dass kleine Hühner mit großen Hühnern gemischt werden. Das kostet die kleineren Hühner schnell das Leben. Die größeren Hühner werden die Kleinen angreifen.
  • Auch Hühner können durch einen Wurmbefall krank werden. Um dies zu vermeiden, fügen Sie dem Futter Kieselgur zu. Das sollte mindestens 3 mal jährlich geschehen.
  • Hühner brauchen bestimmte Lebensbedingungen. Hier kommt es darauf an, dass Sie den Hühnern sowohl Schatten als auch Sonne bieten.
  • Schließlich sollten Sie dafür sorgen, dass die Nistkästen an den richtigen Stellen platziert sind. Dabei sollten Sie einen ruhigen Ort wählen. Dort sollten sich die Hühner entspannen können um mehr Eier zu legen.

Abschließendes über die Haltung von Hühnern

Hühner zu halten ist mit einem kleinen Aufwand verbunden, welcher sich allerdings lohnt. Auch als Familie haben Sie viel mit den Hühnern gewonnen. Ihre Kinder lernen Verantwortung und den Umgang mit anderen Lebewesen. Sie werden schnell Ihre Routine finden und eine Menge Spaß mit den Hühnern haben.

Denken Sie nur immer daran: Wenn Sie zum Beispiel einen Hahn und sechs Hühner erwerben, werden Sie bald viele kleine Küken haben.

Ähnliche Artikel

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner