Hühner sind ideale »Krisen-Tiere»: Sie liefern Eier und im Notfall auch Fleisch. Mit folgenden Tipps fühlen sich auch die Tiere wohl und Sie haben ein überlebenswichtiges Nahrungsreservoir.

Bevor Sie sich entscheiden, Hühner zu kaufen, sollten Sie folgende Überlegungen anstellen:

✓ Erlauben es die örtlichen Vorschriften, dass Sie überhaupt einen Hüh-nerstall bauen dürfen?

✓ Hühner brauchen Auslauf: ein Hahn und 10 Hühner etwa 150 bis 200 Quadratmeter. Ist dies gegeben?

✓ Mit oder ohne Hahn? Wenn Sie keinen Hahn anschaf fen, wird es Ihnen die Nachbarschaft danken, mit Hahn gibt es eine eigene Nachzucht fast von »selbst». Der Hahn ist darüber hinaus ein sehr guter Beschüt-zer der Hennen.

Aber wohin mit den Hühnern? Klar doch, in einen eigenen Hühnerstall, am besten mit Gehege.

Hühner halten im Garten: Eine gute Einführung in das Thema ist das folgende Video:

Der Hühnerstall

Der Hühnerstall soll so geräumig sein, wie es Ihr Garten oder Ihre Wiese erlaubt. Achten Sie unbedingt darauf, dass er trocken, warm und leicht zu reinigen ist.

Es gibt unterschiedliche Stallarten: Kuppelförmige Kunststoff-Ställe eignen sich nur dann, wenn Sie wenige Tiere haben und diese in einem Garten halten wollen. Es gibt aber auch Hütten oder Bogengerüste aus Holz in allen Formen und Größen.

Was aber ist ideal? Ein herkömmlicher Stall, der ausreichend groß und belüf tet ist, den man betreten kann und dessen Fenster nach vorne aus-gerichtet sind. Die Reihe der Legenester sollte seitlich oder nach hinten platziert werden. Denken sie an solche Legenester, die eine Klappe für die Eierentnahme haben, damit Sie nicht jedes Mal den Stall betreten müssen. Der Stall sollte mit der Vorderseite zur Mittagssonne hin ausgerichtet sein.

Das Hühnergehege sollten sie am besten so bauen: Zäunen Sie die Fläche, die Sie dafür ausgesucht, haben mit einem Drahtgeflecht ein, das im unteren Bereich aus einem engmaschigen Kükendraht besteht. Wenn Sie einen Draht von 2,40 Meter Breite nehmen, befestigen Sie ihn etwa 40 Zentimeter im Boden, so bleibt noch eine Einfassung von 2 Meter Höhe, das sollte genügen, um auch den „ausflugswilligsten“ Hühnern Einhalt zu gebieten.

Denken Sie daran, auch einen kleinen Baum in das Gehege zu pflanzen, die Tiere werden im Sommer froh über diesen natürlichen Schattenspender sein. Einen speziellen Futtertrog und eine Tränke oder Wanne können Sie im Fachmarkt erwerben.

Mein Tipp: Wenn Sie Füchse in Ihrer Umgebung haben: Sie können das ganze Gehege auch mit einem Drahtgitter abdecken oder noch einen niedrigen, umlaufenden Elektrozaun anbringen.

Folgendes müssen Sie bei der Hühnerhaltung außerdem beachten:

✓ Sonne: Die Tiere brauchen sehr viel Sonne und frische Luft, wenn sie gesund bleiben sollen. Also: Anders wie in den tierquälerischen industriellen Legehennenbatterien gönnen Sie den Hühnern Auslauf.

✓ Ohnmacht: Es kommt hin und wieder vor, dass ein Huhn in Ohnmacht fällt: Es wird ganz schlaff und bekommt Schluckauf. Das ist ein Anzeichen, dass es innere Blutungen haben kann, die durch den Riss eines Blutgefäßes ausgelöst wurden. Die Ursachen hierfür sind im alltäglichen Hühnerleben zu nden: übermäßige Hitze, ein Schreck, ein schrilles Geräusch oder ein Tiefflieger.

Mein Rat: Halten Sie das Tier ruhig und bringen Sie es an die frische Luft.

✓ Pflanzen Sie einen Baum als Schattenspender im Gehege.

✓ Gewichtsstörungen: Das mag sich bei Hühnern zwar seltsam anhören, aber dies ist ein bei der Kleinzucht häufig auftretendes Problem, wenn die Tiere zu viel Brot und Kartoffeln essen. Um diesem vorzubeugen, zerstreuen Sie Mais im Gras. Das soll die Tiere dazu veranlassen, im Gras zu picken und sich zu bewegen, quasi ein »Fitnessprogramm» für Hühner.

Das richtige Füttern

Ein weiteres wichtiges Thema ist das Füttern, weil man damit viel falsch machen kann:

✓ Schalen, Grünzeug, Körner, Geflügelgrit oder Sandkörner. Diese sind sehr wichtig für die Hühner, da sie keine Zähne besitzen. So trägt der Grit dazu bei, die Körner im Muskelmagen vor der Verdauung zu zerkleinern. Außerdem ist im Grit Kalzium enthalten, das es zur Schalenbildung braucht. Sie können dem Geflügel dafür auch Kalk oder zerstoßene Eierschalen zu fressen geben.

✓ Aber auch Futterpellets oder Spezialpellets für Legehennen sind geeignet.

✓ Kohl oder Kürbis an einen der Umzäunungsposten in Schnabelhöhe aufhängen, sodass die Hühner daran picken können.

✓ Weitere Futtervorschläge: Altbrot, Zuckerrüben, Kartoffeln, Gerste, gequetschter Hafer.

Mein Rat: Für eine bessere Legeleistung, Vitalität und Widerstandsfähigkeit können Sie Lebertran zugeben: Ein Teelöffel reicht in der Regel für ein Dutzend Küken oder Hühnchen. Ein erwachsenes Huhn benötigt etwa 28 Gramm auf 2,7 bis 3,5 Kilo Futter. Industrielles Fertigfutter enthält meistens jedoch bereits einen Zusatz an Vitamin D.

✓ Mastfutter: So wird zum einen das im Handel erhältliche Spezialfertigfutter für Küken und Legehennen genannt, aber auch eine Mischung aus selbst gemachtem Mastfutter.

Mein Rat: So stellen Sie Mastfutter selbst her: Kartoffelschalen und Hafer unter Verwendung von Wasser zubereiten, darauf achten, dass es eine körnige, feuchte Konsistenz hat und dabei sehr dick bleibt. Keine Rhabarberblätter, angekeimte grüne Kartoffeln oder Tollkirsche verwenden! Vorsicht auch mit der Verwendung von Salz. Es ist zwar notwendig im Futter, aber Hühner, die zu viel davon fressen, sterben.Achtung! Im Fertigmastfutter ist bereits Salz enthalten, daher nicht noch zusätzlich beigeben.

✓ Denken Sie darüber hinaus immer an genügend Wasser! Es muss sauber sein, sonst meiden es die Hühner.

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