Neben vegetarischen Produkten (Tipps zum Gemüseanbau gibt es hier) können Sie als Selbstversorger natürlich auch Fleisch essen. Kaninchen sind dafür ein idealer Lieferant. Sie sind einfach zu halten und genügsam. Dennoch sollten Sie einiges bei der Kaninchenzucht beachten, um nichts falsch zu machen.

Kaninchen sind äußerst vermehrungsfreudig und liefern ausgezeichnetes fettarmes und eiweißhaltiges Fleisch.

Rassen:

Weiße Neuseeländer: Die weißen Kaninchen haben ein Durchschnittsgewicht von etwa vier Kilogramm und besitzen festes, schmackhaftes Fleisch.

Burgunder: Nein, diese gelbroten Kaninchen haben nichts mit dem gleichnamigen Wein zu tun, sondern liefern ausgezeichnetes Fleisch, sind sehr robust und leicht zu züchten.

Alaska: Schwarze Kaninchen, die einfach zu züchten sind mit sehr wohlschmeckendem Fleisch.

Darüber hinaus gibt es viele andere Rassen, die sich aber für die Liebhaberzucht besser eignen.

Sie müssen wissen, dass die Kaninchen folgende Eigenschaften aufweisen und Sie als zukünftiger Halter sollten sich damit identifizieren können:

● Sie sind sehr bewegungsfreudig

● Sie sind dämmerungsaktiv

● Sie sind gesellig

● Sie graben gerne, nagen, legen Wert auf Sauberkeit und gutes Futter

● Sie können schlecht sehen, dafür aber gut hören, haben ein ausgeprägtes Geruchsempfinden

● Sie sind Fluchttiere

All das sollten Sie beachten, wenn Sie sich entscheiden, diese Tiere »artgerecht» zu halten.

Mein Tipp: Planen Sie die Anzahl der Kaninchen nach dem Platz, der zur Verfügung steht, denn die Tiere sind sehr vermehrungsfreudig. Normalerweise kommt ein Männchen aufsechs Weibchen. Bevor Sie sich Kaninchen für die Kaninchenzucht anschaffen, nehmen Sie doch Kontakt zu einem örtlichen Kaninchenzuchtverein auf und lassen sich beraten.

Der Kaninchenstall

Er sollte nicht dem »klassischen», aber nicht artgerechten und manchmal sogar tierquälerischem Bild eines winzigen Stalles entsprechen, in denen sich die Tiere kaum bewegen können.

Mein Tipp: Halten Sie die Kolonie besser in einem etwa 1,50 Meterhohen, abgezäunten Gehege, das zusätzlich mit Vorrichtungen aus Holz oder anderen Materialien vor Wind und Regen schützt. Das Drahtgitter sollte mindestens 50 Zentimeter tief im Boden befestigt sein, da sie die »Grabfähigkeiten» der Tiere keinesfalls unterschätzen dürfen.

Ideal ist es, pro Kaninchen 10 Quadratmeter Platz zu haben. Wenn das nicht der Fall ist, sollten Sie einen ausreichend großen Kaninchenstall nehmen und ihn vor Wind und Regen geschützt aufstellen. Die Tiere brauchen Ruhe und natürliches Licht, der Stall sollte immer sauber und trocken sein. Bieten Sie den Tieren überdies eine Toilettenecke mit einem Kotkasten an.

Kaninchenzucht-Tipps vom Profi erhalten Sie in folgendem Video:

Kaninchenzucht: Füttern

Das Füttern von Kaninchen in Freilandhaltung ist nicht kompliziert. Ergänzen Sie das vor Ort gefundene Futter pro Tier folgendermaßen:

● Heu (150 bis 200 Gramm täglich)

● Hartes Brot

● Getreide (50 Gramm Hafer und 100 Gramm Kleie)

● Wurzeln und Wurzelknollen

● Astwerk (besonders vom Weide- und Haselnussstrauch)

Bei Stallkaninchen ist das etwas anderes, denn diesemüssen mehrmals täglich zu regelmäßigen Zeiten gefüttert werden. In Fachgeschäften gibt es pelletiertes Fertigfutter. Sie können die Tiere aber auch durch folgendes Frischfutter ernähren:

● Grünfutter aus Hafer, Luzerne, Thymian, Löwenzahn, Heidekraut, Brennnesseln, Farn, Winden (etwa 1 Kilo-gramm)

● Gemüse wie Kohl, Rote Bete, Karotten, Rettiche, Pastinaken, Topinambur oder Kartoffeln

● Getreide in Form von Körnern oder Mehl

● Trockenfutter wie Heu und Stroh

● Tipp: Wurzelgemüse vorher waschen, kein eingeweichtes Futter geben!

Mein Tipp: Kaninchen brauchen auch immer genügend frisches Wasser. Verwenden Sie am besten Nippeltränken, weil offene Schalen schnell verschmutzen.

Häufig gestellte Fragen:

Warum brauchen Kaninchen ständig hartes Futter? 

Sie sind Nagetiere, deren Zähne ständig nach- wachsen, daher brauchen sie ständig relativ hartesFutter, damit sich die Zähne abnutzen.

Kann man Kaninchendung als Dünger verwenden? 

Ja!

Wie viele Mahlzeiten nehmen Kaninchen an einem Tag ein? 

Etwa 30.

Warum fressen Kaninchen ihren eigenen Kot, bevor er hart wird? 

So kommen sie an Vitamin B und Stickstoff, was für ihre Entwicklung notwendig ist und scheiden hinterher harten Kot aus. Wenn Sie weichen Kot im Stall vorfinden, ist mit den Tieren irgendetwas nicht in Ordnung.

Ab welchem Alter kann man die Kaninchen essen? 

Am besten ab der 10. bis 12. Woche bis zum 5. Monat.

Was ist Myxomatose? 

Das ist eine ansteckende Viruserkrankung, gegen die es bisher keine Behandlung gibt. Sind Ihre Tiere davon befallen, müssen sie getötet werden. Für die Kaninchen gilt im Allgemeinen: Impfen Sie Ihre Tiere, halten Sie Parasiten fern und desinfizieren Sie regelmäßig den Stall.

Auf welche Giftpflanzen muss man bei Kaninchenbesonders achten? 

Elche, Lorbeer, Efeu, Espe und Liguster bringen die Milch der Häsin zum Versiegen. Erbrechen, Durchfall und manchmal sogar zum Tod können folgende Pflanzen führen: Eisenhut, Anemone, Tollkirsche, Butterblume, Buchs, Schierling, Herbstzeitlose, Fingerhut, Wolfsmilch, roter und blauer Augentrost, Sumpfdotterblume, Mohn und Nachtschattengewächse. Entfernen Sie diese Pflanzen ausdem Kaninchengehege, die Tiere werden dankbar sein.

So können Sie Krankheiten vorbeugen: 

Sauberes Trinkwasser, sauberer Stall, saubere Einstreu, ab- wechslungsreiches Futter, Eiweiß in Maßen, keineÜberhitzung, keine Zugluf t und viel Bewegung.

Wie ist der zeitliche Überblick nach der Geburt von Kaninchenbabys? 

Sie werden nach 28 bis 31 Tagen geboren; die Säugezeit beträgt 6 bis 8 Wochen; 3 Wochen nach der Geburt: erste Versuche mit fester Nahrung, Krabbelgruppe; bei Angoras: 1. Schur nach 8 Wochen; ab der 11. Woche: Geschlechtertrennung, da die Geschlechtsreife ab der 12. Woche eintritt. 

Wenn Sie sich für die Tierzucht interessieren, kommen eventuell auch Hühner für Sie in Frage: Hühner halten im Garten: Hühnerhaltung leicht gemacht!

Kommentar verfassen