22. Januar 2022Beitrag von Sina

Kannst Du Deiner Bank trauen?

Aktuell erleben wir in Deutschland eine Inflationsrate, die an den Beginn der 90er Jahre erinnert. Dies sind schlechte Voraussetzungen für die Sicherheit Deines Geldes bei der Bank, wie wir kurz darlegen wollen. Der Zusammenhang erschließt sich Dir sehr schnell.

Billiges Geld, hohe Schulden

Die hohe Inflationsrate ist auf das billige Geld zurückzuführen, das seit vielen Jahren in Deutschland und in der gesamten Euro-Zone erhältlich ist. Die niedrigen Zinsen haben zu einer enormen Ausweitung der Kredite geführt, was wiederum die Geldmenge aufbläht. Kredite, die als elektronische Guthaben geführt werden, sind sofort als Geld einsetzbar – etwa über EC-Karten. Daher steht durch Kredite mehr Geld zur Verfügung als vorher, was wiederum die Preise angeheizt hat.

Entscheidend aber ist die Situation der Banken. Die Banken insgesamt werden im Laufe der vergangenen Jahre deutlich mehr Kredite ausgegeben haben als zuvor. Dafür wurden Sicherheiten aufgenommen, die den Wert der Kredite abdecken sollen, beispielsweise in Form von Immobilien. Deren Preisentwicklung ist wiederum von der hohen Geldmenge gesteuert und beeinflusst worden, ergo etwas zu hoch.

Wenn die Notenbanken nun die Zinsen wegen der hohen Inflationsrate etwas anheben sollten, wirst Du mutmaßlich zahlreiche Kreditausfälle erleben. Dies trifft in erster Linie die Banken, die zumindest damit rechnen müssen, dass dann auch die als Sicherheiten hinterlegten Immobilienwerte sinken. Das Szenario einer hohen Inflationsrate, einer zumindest halbwegs sichtbaren Immobilienblase und hoher Bankdarlehen gefährdet einige Banken.

Dies wird nicht nur in Deutschland sichtbar werden, sondern auch im EU-Ausland, etwa in Italien, mutmaßlich auch in Frankreich oder in Spanien. Viele von Euch haben Geld, oft in Form von Tagesgeldkonten, bei ausländischen Banken angelegt. Bald wird es interessant für Euch: Wie sicher ist das Geld eigentlich?

Abgesichert sind bei allen Banken, deren Staaten sich den Regelungen des europäischen Einlagensicherungsfonds angeschlossen haben, 100.000 Euro Bankguthaben. Im Insolvenzfall müssen diese Sicherungssysteme einspringen und Dich auszahlen.

Wenn nicht das gesamte System zusammenbricht, wird es in absehbarer Zeit mit dieser Rückzahlung keine Schwierigkeiten geben. Daher solltest Du stets auf den staatlich geforderten Einlagensicherungsfonds achten – und kannst Dich dann zurücklehnen.

Ähnliche Artikel

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner