15. November 2022Beitrag von Paul Junker

Katastrophenschutz – Auf den Vorrat kommt es an

Die Coronakrise war für viele ein Weckruf. Und zwar in vielerlei Hinsicht: Nach Corona ist vor der nächsten Katastrophe. Die fand schließlich Mitte Juli 2021 im Westen und Süden der Republik in Form einer epischen Flutkatastrophe statt.  Für all jene, die glücklicherweise nicht von den verheerenden Folgen dieser Katastrophe betroffen sind, sollte dies dennoch wahrlich Anlass sein, die ureigene Katastrophenvorbereitung zu intensivieren.

Katastrophenschutz

Selbst der Staat, genauer gesagt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) fordert die Bürger zum Katastrophenschutz auf; gerade auch nach der Hochwasserkatastrophe. Jeder sollte mindestens zehn Tage völlig autark überstehen können. Das sollte wahrlich das Minimum sein!

Vorsorge: Mehr als nur ein Vorrat an Lebensmitteln

Beim Katastrophenschutz geht es um viel, viel mehr als nur um einen Vorrat an Lebensmitteln. Wir können leider nicht vorher wissen, auf welche Katastrophe wir uns konkret präparieren sollen. Wir können hier – bestenfalls – nur mutmaßen. Dennoch erscheint aus unserer Sicht ein längerer Stromausfall, ein sogenannter Blackout durchaus realistisch. Einen solchen hatte beispielsweise die Flutkatastrophe im Ahrtal zur Folge. So ist die Wahrscheinlichkeit eines flächendeckenden Stromausfalls zumindest nicht gering.

Es wäre jedenfalls fahrlässig, nicht auf ein solches Ereignis vorbereitet zu sein. Daher ist es äußerst sinnvoll, mit einem möglichst breit angelegtem Vorratsarsenal zu agieren. Diverse Checklisten und stets aktualisierte Hinweise stellt das BBK gratis zur Verfügung, auch im Internet unter www.bbk.bund.de.

Die Hintergründe des Mangels

Die Regierung empfiehlt für den Katastrophenschutz vor allem Eines: Bereiten Sie sich auf Katastrophen und Notfälle vor.

Die möglichen Gründe für eine Katastrophe sind vielfältig wie erschreckend. Angesichts des Ukraine-Russland-Krieges merken wir, dass ein Krieg in Europa leider nicht nur möglich ist, sondern tatsächlich zur beunruhigenden Realität wurde. Damit einhergehend brechen Lieferketten zusammen und die Preise für die umkämpften Getreideprodukte steigen rasant an. Hier lesen Sie mehr zu der aktuellen Situation in den ukrainischen Getreidelagern.

Weiterhin steigen generell die Preise an – die Inflationsrate in Deutschland lag im Oktober 2022 bei über 10 Prozent. Eine Entwicklung, die viele Menschen beunruhigt. Zieht man nun noch die Klimakrise und die sonstigen Unruhen und Auseinandersetzungen weltweit hinzu, scheinen die Voraussetzungen für die nächste Krise mehr als gegeben.

Zehn Tage ohne Einkauf

So wird nun allen Bürgern empfohlen, sich für mindestens zehn Tage mit Vorräten einzudecken. Dabei sollten Sie sich an deren Checklisten orientieren. Wir erinnern an dieser Stelle an die Checkliste zum Thema Grundnahrungsmittel. Medien haben diese Checkliste für den Vorrat als „Vorratsliste für Hamsterkäufe“ bezeichnet – dabei geht es im Wesentlichen jedoch um die reine Überlebenssicherung.

Die “Checkliste für Hamsterkäufe”

Der Grundsatz: Sie sollten zehn Tage lang überbrücken können. Die Checkliste für den Katastrophenschutz sollte demnach nicht als Hamsterkauf-Vorrat genutzt werden, sondern vielmehr dafür sorgen, dass Sie zehn Tage lang ohne einen Einkauf überstehen können. Genau dieser Zeitraum kann andernfalls zu einem Problemfall werden – so jedenfalls sieht es das BBK. Die Behörde rät dazu, 2.200 Kilokalorien pro Tag und Person einzuplanen.

Was es zu bevorraten gilt: 

  • Getreide und Getreideprodukte: So empfehlen wir beispielsweise, neben Mehl auch einen Vorrat an Nudeln, Haferflocken und Naturreis anzulegen.
  • Brot: Die Inflation schlägt auch bei den Bäckereien zu. Daher empfehlen wir, sich mit haltbarem Brot, Knäckebrot oder zumindest den Zutaten für das Brotbacken einzudecken. Sollte es wieder zu Mehlengpässen kommen, erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie Brot auch ohne Mehl backen können.
  • Milch und Milchprodukte: H-Milch, Käse, Joghurt und ähnliche Milchprodukte sollten nicht vergessen werden.
  • Eipulver: Da Eier in der Krise schnell zum Luxusgut werden, empfehlen wir die Bevorratung von Eipulver.
  • Gemüse und Obst: Für die gesunde Ernährung weisen wir zudem darauf hin, dass auch Obst und Gemüse in Ihren Vorratsraum gehört. Achten Sie dabei vor allem auf eine lange Haltbarkeit und greifen Sie gegebenenfalls auf Gemüse und Obst aus Dosen oder Konserven zurück.
  • Fisch und Fleisch: Da Fisch und Fleisch für viele zu den Grundnahrungsmitteln zählen, sollten Sie sich auch hier einen angemessenen Vorrat zulegen. Wie immer gilt: Eine lange Haltbarkeit ist zu beachten.
  • Fette und Öle: Zum Kochen, Braten oder Backen. Wir empfehlen ein neutrales Öl – beispielsweise Sonnenblumenöl.
  • Honig und Zucker: Als Süßungsmittel, zum Backen, Kochen oder einfach als Zugabe für den Tee.

Zuletzt sollten Sie unbedingt an einen ausreichenden Wasservorrat denken. Mit diesem beschäftigen wir uns genauer im Laufe des Beitrags.

Welche Mengen sind angemessen?

 

  • Die Grundnahrungsmittel sollten kumuliert bis zu 5 Kilogramm Ihres Vorrates ausmachen.
  • Gemüse und Hülsenfrüchte sollten zusammen 6 Kilogramm ausmachen.
  • Milch und Milchprodukte haben wir in unserer eigenen Liste mit 3,5 Kilogramm taxiert, um eine etwas längere Zeit zu überstehen.
  • Fette und Öle sollten insgesamt 0,5 KG ausmachen.

2,5 Liter Wasser pro Kopf und Tag

Das Trinkwasser wird häufig vergessen – allein da viele von uns gewohnt sind, jenes einfach aus dem Wasserhahn zu beziehen. In einer Krise oder einem flächendeckenden Stromausfall kann sich jedoch auf die Wasserhähne nicht verlassen werden: Konkret sollten Sie daher 2,5 Liter Wasser pro Kopf und Tag für Ihren Vorrat einkalkulieren. Und das auch eher für 14 als „nur“ für zehn Tage. Denken Sie dabei neben Ihren nahen Familienangehörigen auch an eventuelle Haustiere.

Zudem sollten Sie bei den Wasservorräten die Behördenratschläge durchaus ausweiten: Es empfiehlt sich, auch Wasser für Hygiene möglichst großzügig einzukalkulieren.

Wo Sie Ihr Trinkwasser speichern können, erfahren Sie hier.

Nicht nur auf den Vorrat an Lebensmitteln achten!

Gleich nach dem Vorrat an Grundlebensmitteln sollten Sie einen weiteren wichtigen Vorsorge-Baustein angehen. Nämlich die Hausapotheke und Hygieneartikel. Gehen Sie auch hier Produkt für Produkt durch – und haben stets die Haltbarkeit im Blick. Abgelaufene Medikamente gehören stets in den Hausmüll! Wenn Sie sich bezüglich Ihrer Hausapotheke unsicher sind, sprechen Sie ruhig Ihren Arzt bzw. Apotheker des Vertrauens an.

Darüber hinaus sollten sie ihre häusliche Umgebung analysieren. Hier stehen die Punkte Brand- und Hochwasserschutz im Fokus. Analysieren Sie – ggf. mit Profis – die Schwachstellen vor Ort. Wenn dann am Tag X nichts anderes als die Flucht übrig bleibt, sollte der Notfallrucksack – mit gesicherten Dokumenten und stromunabhängigem Radiogerät – bestens bestückt parat stehen.

Natürlich sollte mit der Familie auch der Fluchtweg – und mögliche Varianten – vorbereitet sein. Sicher ist sicher.

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