Ein Konflikt, der mit Kernwaffen ausgetragen wird, ist seit der akuten Kriegsgefahr zwischen Nordkorea und den USA nicht mehr auszuschließen. Deshalb sollten meine Leser wissen, was in diesem Schreckensszenario alles auf sie zukommen kann.

In diesem Artikel haben wir Ihnen erläutert, wie eine Atombombe entsteht und mit welchen Folgen und Risiken Sie rechnen müssen. Heute möchte ich Ihnen die Hitzestrahlung und die Druckwelle, die beim Einsatz von Kernwaffen freigesetzt werden, näher bringen. Da dieses Thema sehr umfangreich ist, entfällt die Checkliste in dieser Nummer.

Hitzestrahlung

Nach der Detonation von Kernwaffen und dem Lichtblitz folgt eine Hitzestrahlung. Diese kann die Luft auf bis zu 2000 (!) Grad Celsius erhitzen.

Die Luft ist so heiß, dass es zu Einäscherungen, Entzündungen und zum Schmelzen von brennbaren Materialien kommen kann. Dadurch entstehen gewaltige Brände in Städten und in den Wäldern.

Die Tabelle gibt die ungefähre Reichweite verschiedener Effekte an (Mt= Megatonnen-Bombe):

Sie erkennen daran, dass bei einer Detonation selbst in 320 Kilometer (!) Entfernung, die Folgen für den Men-schen katastrophal sein können.

Die schlimmsten Auswirkungen der thermischen Strahlung auf den Menschen:

✓  Verbrennungen der Haut

✓  Sekundäre Verbrennungen durch aufgeheizte Staub- und Sandkörner

✓  Schock

✓  Denaturierung des Eiweiß‘

✓  Hitzschlag

✓ Kohlenmonoxidvergiftung  

Schutzmaßnahmen sind nur bedingt möglich:

✓ Nicht in Richtung des Kampfes und der Detonationsehen

✓ Jegliche Deckung nutzen

✓ Dicke, schwer entzündlicher Kleidung tragen (keine Kunstfaserstoffe!)

Weitere wissenswerte Fakten zu Kernwaffen fasst das folgende Video zusammen:

Druckwelle

Glauben Sie ja nicht, wenn Sie die Hitzestrahlung überlebt haben, dass Sie dann alles überstanden haben. Denn dann folgt gleich die nächste Katastrophe: die Druckwelle.

Die Tabelle zeigt die Ankunftszeiten (in Sekunden nach (Mt=Megatonnen-Bombe):

Diese breitet sich logischerweise vom Detonationspunkt aus und zwar mit Überschallgeschwindigkeit. Sie kündigt sich mit einem lauten Knall an. Der statische Spitzenüberdruck kann von Fenstern (bei 0,1 bar) bis sogar zu erdbebensicheren Eisenbetonbauten (1,7 bar) alles zermalmen.

Nach der Druckwelle folgt ein orkanartiger Wind, der bis zu vier Sekunden lang anhalten kann. Danach setzt eine Sogwirkung in Richtung des Detonationspunktes ein. Diese kann bis zu 10 Sekunden lang dauern. Der Druckwellen-Sturm kann Gebäude einstürzen lassen, Fahrzeuge, Bäume und Trümmer mitreißen. Hundert Kilometer weiter und Minuten später kann es außerdem zu neuen Erschütterungen kommen. Dann nämlich, wenn die Schockwellen an der Hochatmosphäre reflektiert werden.

Die Folgen können sein:

✓ Erdbebenwellen

✓ Bodenrisse

✓ Felsstürze

✓ Überschwemmungen

✓ Zerstörungen von unterirdische Anlagen, Staudämme

usw.

Die Auswirkungen einer Druckwelle durch eine 1-MT- Bombe in einer Großstadt, wie etwa Berlin wären folgende:

✓  In einem Gebiet mit einem Radius von rund drei Kilometern würde ein 70 Meter tiefer und 300 Meter durchmessender Krater entstehen.

✓  Alles bis auf die Grundmauern wäre dem Erdboden gleichgemacht.

✓ 98 Prozent der Bevölkerung in diesem Gebiet wären sofort tot.

✓ In einem Gebiet mit einem Radius von rund vier Kilometern stünden nur noch die Skelette von Stahlbetonbauten.

✓ Die Hälfte der Bevölkerung wäre sofort tot.

✓ Die Überlebenden wären meist schwer verletzt.

✓  Innerhalb von 7,5 Kilometern stünden nur noch einige der Gebäude.

✓  Fenster, Wände und Menschen der oberen Etagen wären weggeblasen.

✓  Die Straßen wären mit Schutt bedeckt.

✓  45 Prozent der Menschen wären verletzt, 5 Prozent sofort tot.

✓  Innerhalb des Radius von 12 Kilometern wären Einfamilienhäuser schwer beschädigt, größere Gebäude hingegen nur leicht.

✓  25 Prozent der Bevölkerung wären vor allem durch Glassplitter und herumfliegende Trümmer verletzt worden.

Kernwaffen – Verletzungen durch Druckwellen:

Ab 0,5 bar:

✓ Trommelfellrisse

Ab 4 – 6 bar:

✓ Schwere inneren Verletzungen

✓ Blutungen

✓ Organe im Bauch- und Brustraum können zerreißen

✓ Embolie durch Einpressen von Luft in den Blutkreislauf

✓ Vielfältige indirekte Verletzungen durch die Folgen des Druckwellen-Sturmes, zum Beispiel durch herumwirbelnde Glassplitter und Trümmer.

✓ Auch in diesem Katastrophen-Szenario erkennen Sie, wie verheerend eine Bombenexplosion in einer Stadt sein kann. Je größer die Stadt, umso schlimmer die Auswirkungen.

Gegen eine so starke Druckwelle sind Schutzmaßnahmen nur bedingt möglich:

✓ Suchen Sie einen Schutzraum (Bunker) oder Ihren Keller auf.

✓ Im Freien: Nutzen Sie jede Geländevertiefung


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