Liebe Leser, 

wie gestern schon angekündigt geht es heute darum, wie die deutschen Behörden sich jetzt schon auf einen katastrophalen Atomunfall vorbereiten und wie in diesem Zusammenhang Krisenschutz betrieben wird. Zwar werden in deutschen Landen ja im Rahmen der sogenannten Energiewende peu a peu alle Atomkraftwerke abgeschalten und vom Netz genommen. 

Umzingelt von Atomreaktoren 

Fakt ist aber, dass die Bundesepublik geradezu umzingelt von Atomreaktoren ist. Sei es nun in Belgien, Frankreich oder Tschechien, in viellen europäischen Ländern wird weiter die Kernkraft als Energiequelle eingesetzt und viele Reaktoren stehen auch in unmittelbarer Nachbarschaft zur BRD. 

Krisenschutz: Bundesamt für Strahlenschutz ordert Jodtabletten 

Jüngst ging die Meldung durch die Gazetten, dass das Bundesamt für Strahlenschutz bei einem österreichischen Unternehmen fast 190 Millionen Jodtabletten bestellt hat. In dem Kontext war zu lesen, dass man sich vor den Risiken der grenznahen Atomkraftwerke Sorgen machen würde und sich unbedingt auf mögliche Ernstfälle vorbereiten müsse. 

Grundlage für die Mega-Order sei eine Empfehlung der Strahlenschutzkommission gewesen. Wohl gemerkt, schon jetzt lagern die Behörden in Deutschland mehr als 45 Millionen Jodtabletten ein. Der Bestand wird also massiv aufgestockt. 

Wolfgang Müller, seinerseits ausgewiesener Experte und Strahlebiologe verwies in dem Kontext im WDR, dass als Lehre aus der Tragödie von Fukushima man sich auch auf katastrophale Unfälle vorbereiten müsse. Ferner bestehe die Gefahr, dass es durchaus auch mehrtägige radioaktive Freisetzungen geben könne. Unter Umständen könnten auch die Windrichtungen wechseln und viel mehr Gebiete betroffen sein, als das nach einer eintägigen Freisetzung der Fall wäre. 

Auf Empfehlung dieses oben genannten Beratungsgremiums der Bundesregierung wurden nun unter anderem die jeweiligen Notfallzonen rund um die Atomkraftwerke erheblich vergrößert. Als sogenannte “Fernzone”, in der zum Beispiel alle Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Schwangere mit Jodtabletten versorgt werden müssen, gilt nun das gesamte BRD-Staatsgebiet. 

Jodtabletten im Fokus 

Die Jodtabletten sind bei einer atomaren Katastrophe schlechterdings als Krisenschutz unverzichtbar. Denn beim Unfall kann auch radioaktives Jod freigesetzt werden. Um eine Anreicherung in der Schilddrüse zu verhindern, sollte zum richtigen Zeitpunkt nicht-radioaktives Jod in Form einer hochdosierten Kaliumiodid-Tablette aufgenommen werden. Dies schützt jedoch ausschließlich vor der Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse, nicht vor der Wirkung anderer radioaktiver Stoffe. Da die Einnahme von großen Mengen Jod mit erheblichen anderen gesundheitlichen Risiken verbunden ist, sollte sie nur nach ausdrücklicher Aufforderung durch die zuständigen Katastrophenschutzbehörden erfolgen. 

Wir bleiben an dem Thema dran und werden Sie exklusiv unterrichten, welche sonstigen Vorbereitungsmaßnahmen der deutsche Staat betreibt. Welche Vorbereitungen Sie persönlich machen können, darüber werden wir in den kommenden Ausgaben unter anderem berichten.

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