Lebensmittelknappheit: So dramatisch ist die aktuelle Lage wirklich

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Liebe Leser, die Schweiz gilt ja noch immer als eines der reichsten Länder der Welt. Anders formuliert, wer in der Schweiz das Thema „Lebensmittelknappheit“ erwähnte, wurde bis vor kurzem noch als irrer Spinner abgetan. Seit Corona haben sich die Zeiten aber massiv verändert. 

Lebensmittelknappheit: Sorge um Lebensmittelversorgung 

Wir sind bei unseren Recherchen auf diesen absolut lesenswerten Artikel aus der Aargauer Zeitung gestoßen. 

Dem Artikel zufolge blieben Ende Februar diesen Jahres selbst in der Schweiz einige Regale in den Läden leer. Die Leute, die Hamsterkäufe tätigten, seien belächelt und belehrt worden. Es bestehe kein Grund zur Panik, es sei genug für alle da. So lautete die Kommunikation der Behörden und Detailhändler. 

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photo credit: unsplash.com

Sorge um die Lebensmittelversorgung 

Hinter den Kulissen machten sich Experten des Bundes aber zeitweise Sorgen um die Lebensmittelversorgung in der Schweiz. Am 27. März hielt der Krisenstab des Schweizer Bundesrats seine zweite Sitzung zur Coronakrise ab. Die Teilnehmer wurden über eine Mitteilung des Logistik-Chef des Lebensmitteldetailhändlers Migros nformiert. Dem Sitzungsprotokoll zufolge rechnete die Migros mit grossen Ausfällen in den nächsten vier bis sechs Wochen bezüglich Importen, aber auch Personal (mit bis zu 15 Prozent Ausfällen des Schlüsselpersonals). Am Rande sei erwähnt, dass die Kommunikation der Migros gegenüber der Öffentlichkeit gänzlich anders aussah. 

Waldhammer-Tipp des Tages:

Der Krisenstab nahm die Warnung sehr ernst und setzte sofort eine Arbeitsgruppe ein, die den Auftrag hatte, sich auf ein Szenario vorzubereiten, das noch drastischer ist als die Warnung der Migros: Was wäre, wenn bis Ende Juni 50 Prozent der Importe und 20 Prozent des Personals ausfielen? 

Relativ geringer Selbstversorgungsgrad 

Die Sorge der Verantwortlichen ist wahrlich mit Blick auf die Einfuhren berechtigt. Der Selbstversorgungsgrad der Schweiz beträgt nämlich nur 58 Prozent. Dem Artikel zufolge würde es zuerst beim Oliven- und Sonnenblumenöl zu Engpässen kommen. Ferner wäre die inländische Rapsölproduktion zu klein, um diesen Mangel zu beheben. Als Nächstes würde der Reis ausgehen, da dieser in der Schweiz nur von einigen wenigen Bauern angebaut werde. Weiter wäre ein Mangel bei Gemüse und Früchten, einzelnen Konserven, vor allem Tomaten und Mais, sowie bei den Eiern zu erwarten. 

Last but not least sei erwähnt, dass sich die Verantwortlichen auch mit drakonischen Maßnahmen wie einer generellen Abgabebeschränkung beschäftigten. Sprich, von bestimmten Produkten dürfe nur eine Einheit pro Person und Einkauf besorgt werden. Die Detailhandelsspezialisten haben sogar eine Liste mit Waren erstellt, deren Verkauf in einer schweren Mangellage eingeschränkt werden könnte. Dazu aber morgen mehr…

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