Liebe Leser, 

wir haben hier ja schon sehr oft über die dramatisch schlechte Lage am Geldmarkt und der Banken berichtet. Bisher war es ja zumindest für Einlagen unter der Schwelle von 100.000 Euro so, dass die Banken großteils auf die Erhebung von Minuszinsen verzichteten. Fakt ist aber, dass jetzt schon einer Erhebung der Deutschen Bundesbank zufolge sage und schreibe 23 Prozent der Banken in Deutschlan den Sparern einen negativen Durchschnittszins (volumengewichtet) abverlangen. 

Negativzins ab dem ersten Cent 

Jüngst wurde allerdings berichtet, dass nun erstmals eine Bank Minuszinsen für Kleinsparer erhebt. Die Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck verlangt ab sofort für neue Kunden Strafzinsen in Höhe von 0,5 Prozent schon ab dem ersten Cent. Damit gibt es für Neukunden keinen Freibetrag mehr. Für Tagesgeldkonten wird nun der negative Einlagezins der Europäischen Zentralbank (EZB) berechnet, sprich in voller Höhe an die Kundschaft weitergegeben. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Bank Bestandksunden voerst von dieser Regelung verschonen möchte. 

Minuszinsen
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Minuszinsen: Verband sieht Sparer als Opfer der Geldpolitik 

Spannend ist auch, was der Dachverband der Genossenschaftsbanken zur Entwicklung sagt. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sieht Sparer als »die Leidtragenden der Negativzinsen«. Ob und in welchem Umfang Banken Verwahrentgelte oder Negativzinsen erheben, sei die Entscheidung der einzelnen Institute vor Ort. Mit Blick auf die Zukunft erwarten wir auch unter der neuen EZB-Präsidentin Lagarde keine wirkliche Verbesserung der Geldpolitik für die große Maße der konventionellen Euro-Sparer. Im Gegenteil, die Gefahr ist relativ groß, dass die Banken ihre Daumenschrauben in Sachen Gebühren und Verwahrentgelten noch heftiger anziehen werden. 

Anders gesagt, es ist und bleibt alternativlos, eine relativ große Menge an Bargeld vorzuhalten – wie wir Ihnen schon hier erklärt haben. Noch können wir ja relativ problemlos unser Guthaben vom Konto abheben. Wir können uns aber sehr wohl sehr gut vorstellen, dass auch Barabhebungen im Rahmen der Geldpolitik der finanziellen Repression relativ zeitnah nur noch eingeschränkt möglich sein werden.

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