Die Erfahrung zeigt, dass in akuten Krisensituationen die Sicherheitsbehörden schnell überfordert sind. Jetzt schon herrscht akuter Personalnotstand bei der Polizei. Was glauben Sie, was los ist, wenn es von heute auf morgen zu einem wirtschaftlichen oder staatlichen Zusammenbruch kommt? Dann heißt es nur noch: Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner. Das bedeutet aber nicht, dass Sie »Einzelkämpfer» sein müssen. Schon jetzt sollten Sie eine gute Nachbarschaftshilfe organisieren.

Durch den Personalnotstand bei der Polizei können, besonders im ländlichen Bereich, Stunden vergehen, bis eine Streife am Einsatzort ist. Das Prekäre: Gerade auch auf dem Land nimmt die Kriminalität zu, auch wenn die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) etwas anderes sagt, um die Bürger zu beruhigen. Hier in werden verschiedene Straftaten nämlich gleich gar nicht mehr aufgeführt. Vielen Menschen bleibt daher nur, ihr Hab und Gut selbst schützen. Jetzt schon. Was glauben Sie, was los ist, wenn die staatliche Ordnung einmal zusammengebrochen ist? Dann geht es nämlich richtig zur Sache!

Aber auch schon jetzt können Sie etwas tun und zwar die Gründung von Nachbarschaftshilfe oder einer Bürgerwehr, die auch im Krisenfallfest zusammensteht. Doch für dieses Vorhaben sollten Sie zunächst die gesetzliche Lage kennen. Grundsätzlich gilt: Die Polizei hat das Gewaltmonopol. Aber nicht alleine, denn es ist nicht illegal, wenn Sie das Gesetz (auch jetzt schon) in bestimmten Fällen in die eigenen Hände nehmen.

Zum Beispiel dann, wenn Sie in einer Gefahrenlage für sich selbst oder Ihr Eigentum eine Tat begehen, um diese Gefahr abzuwenden (etwa beieinem Diebstahl oder Angriff). Dies ist dann nach §34 Strafgesetzbuch (»Rechtfertigender Notstand») erlaubt. Auch laut Notwehrparagraf 227, der sogar im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert ist, dürfen Sie sichgegen Angriffe verteidigen und diese abwenden.

Mein Rat: Die Mittel müssen jedoch »verhältnismäßig» sein. Das heißt beispielsweise, Sie dürfen einen Taschendieb nicht brutal zusammenschlagen.

Im Paragraf 229 (BGB) geht es um »Selbsthilfe», dann nämlich, wenn Sie z. B. einem Dieb seine Beute wiederwegnehmen, ihn an der Flucht hindern und auch vorübergehend festsetzen, wenn »obrigkeitliche Hilfe» (die Polizei) nicht rechtzeitig eintrifft. Solange Sie diese gesetzlichen Grundlagen nicht verletzen, spricht nichts gegen die Gründung einer Bürgerwehr oder Nachbarschaftshilfe.

Wer haftet im Schadensfall? Folgendes Video erklärt es Ihnen:

Mein Rat: Arbeiten Sie schon in der Gründungsphase eng mit der Polizei zusammen. So können Sie rechtliche Grundlagen, Missverständnisse und regionale Besonderheiten abklären.

Auch für die Beamten kann eine Bürgerwehr von Vorteil sein. Dann nämlich, wenn sie an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit ist oder ihre Dienststellen unterbesetzt sind. Die Wachsamkeit von Bürgern ist ja an und für sich nichts Schlechtes und kann zu weniger Einbrüchen führen. Auch können so Streifenfahrten eingespart werden. Eine Bürgerwehr oder Bürgerhilfe ist kein Verein. Sie müssen demnach nichts Formaljuristisches beachten.

Mein Rat: Grenzen Sie sich unbedingt von »Rechten» ab. Passen Sie auf, dass rechte Gruppierungen oder rechte Personen in »Ihrer» Nachbarschaftshilfe nicht das Heft in die Hand nehmen. Vertrauen Sie nur Menschen, die Sie oder ein guter Bekannter von Ihnen persönlich und dessen Lebensumfeld kennt. Es geht lediglich um Wachsamkeit und nicht um Selbstjustiz oder politische Hetze.

Und das könnten die Aufgaben Ihrer Nachbarschaftshilfe sein:

✓ Auf leer stehende Häuser achten

✓ Ein Auge auf parkende Autos haben

✓ Auf fällig benehmende Menschen beobachten

✓ Ältere Menschen außer Haus begleiten

✓ Kinder auf dem Weg zur Schule helfen

✓ Nachbarschaftshilfe organisieren und leisten

✓ Abends oder nachts allein ausgehende Frauen begleiten und anderes mehr.

nachbarschaftshilfe organisien

Mein Rat: Wählen Sie unregelmäßige Abstände zwischen Ihren Patrouillengängen, damit Kriminelle kein Schema erkennen können. Ihre Patrouille sollte mindestens aus zwei, besser aus drei oder vier Personen bestehen. So fühlen sich alle sicherer und im Notfall können Sie flexibler handeln.

Vorsicht bei Waffen: Grundsätzlich wird das Mitführen von Waffen von der Polizei nicht gerne gesehen. Dennoch ist es unter bestimmten Voraussetzungen legal. Mitglieder Ihrer Bürgerhilfe dürfen nur die Waffen bei sich tragen, die alle anderen Bürger auch mit sich führen dürfen: Schreckschusswaffen, die man als Eigentümer des kleinen Waffenscheins erwerben darf, Elektroschocker und Pfefferspray. Knüppel, Messer, Baseballschläger oder sonstige Gegenstände, die Sie als Waffe benutzen können, stellen hingegen einen Verstoß gegen das geltende Waffengesetz dar.

Wenn Sie meine Ratschläge bei der Gründung einer Bürgerhilfe beachten, können Sie sogar ein wichtiges Bindeglied zwischen Bürger und Polizei werden und diese entlasten. Auch der psychologische Effekt ist wichtig: In Zeiten, in denen die Menschen glauben, vom Staat alleine gelassen zu werden, haben sie das Gefühl, selbst etwas für ihre Sicherheit und ihren Schutz zu tun. Das ist meiner Ansicht nach – solange es sich im legalen gesetzlichen Rahmen abspielt – durchaus zu begrüßen. Eine Nachbarschaftshilfe organisieren und Hilfe annehmen ist deshalb sehr wichtig.

Zudem hilft es die Kriminalität an Ihrem Wohnort einzudämmen und für Krisenzeiten bereits »eingespielt» zu sein.

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