8. November 2022Beitrag von Lars Hoffmann

Flucht- und Rettungsplan: Überlebensstrategie im Notfall

Ein Krisenszenario wird so langsam aber sicher auch hier bei uns immer weniger unwahrscheinlich. Angesichts des Klimawandels und dessen Folgen, den Kriegen und Unruhen in verschiedenen Ländern und Regionen dieser Welt, wie auch den damit einhergehend zusammenbrechenden Lieferketten wird klar: Unsere Welt ist lange nicht so sicher, wie wir es gerne hätten. Gerade deswegen ist es umso wichtiger, sich Gedanken darum zu machen, wie Sie im Notfall Ihr Überleben sichern können.

Flucht und Rettungsplan

Wie und sohin sollen Sie fliehen? Was brauchen Sie für die Flucht? Worauf kommt es wirklich an, wenn es um Leben und Tod geht?

Fragen über Fragen – heute möchten wir Ihnen einige dieser Fragen beantworten.

In der Gruppe sind sie stärker

Sie kennen sicherlich bereits den Satz „Zusammen sind wir stärker“. In diesem Sprichwort steckt mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit. Allein die Möglichkeit Spezialisten verschiedener Gebiete zu einer Gruppe zu vereinen birgt einen nicht unerheblichen Vorteil. Denn sollte es zur Flucht vor der Katastrophe kommen, werden Sie sowohl jemanden mit ärztlichen Fähigkeit, als auch Menschen mit einem stark ausgeprägten Orientierungssinn oder handwerklichem Geschick benötigen.

Trotz aller vorherigen Vorbereitungen sind nicht alle Maßnahmen für bevorstehende Krisen getroffen. Selbst die erfahrensten Prepper ergänzen noch stetig Ihre Checkliste – allein wegen dem kontinuierlichen Fortschritten in Sachen Ausrüstung und Technologie. Andere Menschen sind hingegen noch gar nicht in der Lage, sich auf eine Krise vorzubereiten. Wenn Sie überleben möchten, werden Sie also Ihre Chancen erheblich erhöhen, wenn Sie in der Gruppe einen Flucht- und Rettungsplan haben.

Die UNO hat kundgetan, Ende Mai 2022 seien so viele Menschen wie nie zuvor auf der Flucht: Mehr als 100 Millionen Menschen. Damit ist nicht nur der Krieg in der Ukraine eine Ursache, sondern auch der weltweite Lebensmittelstatus, der Wassermangel sowie letztlich auch politische Instabilitäten, wie sie beispielsweise gerade im Iran zu beobachten sind. Noch sind wir kaum direkt betroffen und werden vornehmlich über die Medien mit erschreckenden Bildern und Berichten konfrontiert. So wächst die Sorge davor, dass wir auch in eine solche Situation – in der Menschen flüchten müssen – geraten stetig. Sie sollten daher wissen, was Sie dringend benötigen – wir geben einen Überblick.

Der Fluchtplan: Die Notausstattung

Die Notausstattung für einen Flucht und Rettungsplan fängt beim Dringendsten an: Wasser. Sie benötigen stets Wasser. Es herrscht bereits eine Wasserknappheit – diese wirkt sich ebenso auf die Trinkwasserversorgung aus. Selbst wenn Sie in der Nähe eines Sees oder Meeres sind, können Sie jenes nicht ohne weiteres trinken. Sie sollten es zuvor entsalzen, filtern und abkochen.

  • Wasser müssen Sie zur Fluchtvorbereitung möglichst in großen Behältern bzw. Zisternen speichern und dann in Kanister und Flaschen umfüllen können. Die beste Menge sind zumindest 5 Liter pro Person und Tag, da Sie Hygiene und Durst abfangen müssen.
  • Wasserfilter sind ein Behelf, der es Ihnen ermöglicht, Wasser auch aus der Natur zu entnehmen. Hier sollten Sie etwas Geld investieren.
  • Die Alternative sind und bleiben Mittel um Wasser zu entkeimen. Auch hier finden Sie Hilfe in Shops im Internet.

Achtung: Sollte es zu einem Atomschlag kommen, sollten Chemie- oder Phosphor-Bomben fliegen, sollten Sie niemals Wasser einfach einem Fluss oder einer Regentonne entnehmen. Mehr über einen solchen ABC-Alarm erfahren Sie in diesem Beitrag.

Zudem benötigen Sie Nahrungsmittel. Sie können sich nicht darauf verlassen, auf einer körperlichen Flucht fündig zu werden. Deshalb empfehlen wir:

  • Dauernahrungsmittel wie etwa Langfristbrot. Dies finden Sie – bei steigenden Preisen – vor allem in Preppershops.
  • Dehydrierte Nahrungsmittel ergänzen Ihr Portfolio. Dies sind vor allem NRG-Emergency Food Notration, Energieriegel oder fertige Mahlzeiten, die Sie in sogenannten Zip-Logs aufbewahren können. Sie können selbst Nahrungsmittel einkochen und in den verschließbaren Logs aufbewahren und mitführen – diesen Schritt können Sie sofort beginnen und sich entsprechend ab jetzt direkt auf eine Flucht vorbereiten.

Weiterhin sollten Sie an folgende Punkte denken:

  • Hygiene: Sie werden einen gewissen Bedarf an Hygieneartikeln brauchen. Dazu zählen vor allem Kernseife, Zahnbürsten wie auch Zahnpasta und Desinfektionsmittel.
  • Medizin: Empfohlen werden Medikamente gegen Magen-Darm-Probleme, (Kopf-) Schmerztabletten sowie Verbandszeug.
  • Werkzeug: Am wichtigsten ist hier ein scharfes Outdoormesser. Ihr Werkzeug kann weiterhin beliebig ergänzt werden.
  • Licht: Eine robuste Taschenlampe sowie Ersatzbatterien gehören ebenfalls zu Ihren Flucht-Produkten.
  • Kommunikation: Ein netzunabhängiges Kommunikationsmittel wird Ihnen helfen, wenn das Internet zusammenbricht oder Sie anderweitig keinen Zugriff darauf haben. Wir empfehlen ein Kurbelradio.
  • Kleidung: Eine ausgewogene Mischung aus warmer und leichter Kleidung ist essentiell. Auch sollten Sie festes Schuhwerk sowie ggf. Gummistiefel einplanen. Auch Schutzkleidung wie beispielsweise Gesichtsmasken und Gummihandschuhe sind nicht minder wichtig.

Jeder hat seine Aufgabe beim Flucht und Rettungsplan

Wir sind nicht als Einzelkämpfer auf die Welt gekommen und haben uns schon seit Jahrzehnten in Gruppen und Gemeinschaften wiedergefunden. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass so die Überlebenschancen in der Praxis erhöht wurden. Damit sehen Sie vor Ihren Augen die beste Überlebensstrategie: Planen Sie auch den Notfall am besten mit Anderen.

Ein Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, dass demnächst für eine längere Zeit der Strom abgestellt wird. Ein Blackout verhindert, dass Sie in naher Zukunft mit der Energie rechnen können. Dies wiederum sollten Sie spontan vorbereiten können.

Ihre Überlebensstrategie

  • Einer der wichtigsten Punkte bei Ihrer Überlebensstrategie ist Ihre Gruppen zu organisieren. Wenn Sie mit Ihrer Familie zusammen sind, ist dies nicht schwierig. Haben Sie Nachbarn oder wohnen Verwandte bei Ihnen in erreichbarer Nähe, beziehen Sie diese mit ein. Je größer eine Gruppe, desto einfacher ist es, Aufgaben abzugeben und desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie Spezialisten für verschiedene Gebiete in Ihrer Gruppe finden.
  • Planen Sie mit Ihrer Gruppe einen gemeinsamen Treffpunkt, an dem Sie sich treffen werden oder zumindest Botschaften hinterlassen könnten. Den Ort sollte jeder kennen und ohne Navigationssystem finden können.

 

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  • Wenn Sie die Gruppe verlassen, sollten Sie sich abmelden. Dasselbe Szenario sollten Sie von allen anderen Gruppenmitgliedern verlangen – jeder sollte wissen, ob jemand gesucht werden muss bzw. wie lange ein Gruppenmitglied nicht mehr gesehen wurde.
  • Planen Sie gemeinsam eine oder mehrere Routen, um zu dem gemeinsamen Treffpunkt des Flucht- und Rettungsplan zu gelangen. Jeder sollte die Strecken und deren besondere Herausforderungen kennen, damit Sie sich im Fall der Fälle auch so aufteilen können.
  • Wenn es zur Flucht kommt, dann sorgen Sie dafür, dass Sie sich aufteilen. Die Überlebenschance steigt, wenn eine oder mehrere Gruppen nach Zurückgebliebenen suchen können. Dafür ist eine netzunabhängige Kommunikationsmöglichkeit unerlässlich. Hier können beispielsweise Funkgeräte Abhilfe verschaffen.
  • Die Varianz der Spezialgebiete: In jeder größeren Gruppe werden sich starke Menschen finden, die Tragen oder andere körperliche Schwerstarbeit machen können. Zudem finden sich Menschen, die sich um die handwerklichen Erfordernisse kümmern können. Darunter vielleicht Spezialisten für Strom, wenn Sie Notstromaggregate haben. Zudem sollten sich Gesundheitsspezialisten finden und auch Menschen, die gut aus wenigen Zutaten kochen können. Kurz gesagt: je größer die Gruppe und je besser diese geführt ist, desto leistungsfähiger wird die Organisation zugunsten aller Anderen. Diese Fähigkeiten sind für die Überlebensstrategie sehr wichtig.
  • Organisieren Sie Wasser aus allen Gegenden und Quellen, die zur Verfügung stehen könnten. Dies betrifft das Wasser aus Wasserhähnen – kein Mensch weiß, wie lange das Wasser noch genießbar ist. Kochen Sie Wasser aus der Natur oder auch Wasser aus der Regentonne ab. Nutzen Sie zusammen mit der Gruppe alle verfügbaren Behälter. Je mehr, desto besser: Wasser dürfte sehr schnell zum Engpass werden. Jedoch ist nicht jede Wasserquellen zum trinken geeignet.
  • Bestimmen Sie einen oder mehrere Gruppenleiter. Wir finden immer wieder Führungspositionen – ob in der Schule, im Job oder in Vereinen. Dies macht die Kommunikation und Entscheidungsfindung leichter.

Fazit

Als Gruppe sind Sie stärker. Dies sollte spätestens jetzt klar sein. Beachten Sie bei der Zusammenstellung Ihrer Flucht- und Rettungsgruppe, dass Sie Menschen auswählen, denen Sie vertrauen. Planen Sie lieber etwas zu detailliert, als etwas zu vergessen. Machen Sie sich bewusst, dass Ihre Gruppe Ihr Überleben sichern wird und verlassen Sie sich aufeinander.

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