Können Sie im Alter wirklich noch so gut leben wie jetzt oder werden Sie dann arm sein? Rentenlücke berechnen: Mein Rentenlücken-Check zeigt Ihnen, wo Sie heute stehen und wie viel Kapital Sie monatlich in Ihrem Ruhestand noch brauchen.

Hierfür gibt es eine einfache Faustregel: Wenn Sie Ihren gewohnten Lebensstandard im Alter halten wollen, benötigen Sie etwa 80 Prozent Ihres letzten Nettogehalts. Voraussetzung dafür ist aber, dass Ihr Hauskredit abbezahlt ist. Im 1. Schritt sollten Sie ihre monatlichen Fix-Kosten ermitteln.

Mein Rat: Setzen Sie die Beträge nicht zu knapp ein. Wenn Sie die Ausgaben nicht abschätzen können, schreiben Sie diese über 2 oder 3 Monate auf (z. B. in einem Haushaltsbuch) und errechnen Sie dann den Durchschnittswert. Regelmäßige Ausgaben, die in größeren Zeitabständen bezahlt werden müssen (3-, 6-monatlich oder jährlich) sollten Sie auf den Monat umrechnen. Gleichzeitig können Sie so feststellen, was Sie wirklich brauchen und auf was Sie notfalls gut verzichten können.

Mein Rat: Überweisen Sie monatlich den Teilbetrag, den Sie für diese Ausgaben in 3, 6 oder 12 Monaten brauchen, auf Ihr Sparbuch oder Festgeldkonto. So sind Sie bei Fälligkeit – unabhängig von Ihrem Kontostand – für diese größeren Zahlungen gewappnet.

Haben Sie schon über eine private Altersvorsorge nachgedacht? Hier haben wir die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Und noch ein Hinweis, der Ihnen vielleicht eine Orientierung gibt: Der Pauschalbetrag, den Banken für die eigenen Lebenshaltungskosten (Lebensmittel, Kleidung, Telefon, Internet) veranschlagen liegt für die erste imHaushalt lebende Person im Durchschnitt bei 700 Euro, für jede weitere Person bei 250 Euro im Monat. Wenn Sie ihre Rentenlücke berechnen wollen, sollten Sie im zweiten Schritt Ihre monatlichen Einnahmen für Ihren Ruhestand ermitteln. Das besteht aus folgenden Komponenten:

✓ Nettogehalt, was Sie aus der betrieblichen oder privaten Altersversorgung monatlich erwarten können

✓ Einnahmen aus Vermietung und/oder Zinsen

✓ Gesetzliche Rente

Mein Rat: Beachten Sie, dass Mieteinnahmen wegbrechen und Zinsen sinken können. Rechnen Sie daher eher konservativ.

Im dritten Schritt sollten Sie aus diesen Daten Ihren monatlichen Finanzbedarf analysieren und Ihre Rentenlücke errechnen.

Hier noch eine Beispielrechnung, damit Sie sich das besser vor Augen führen können:

Rentenlücke berechnen: Beispielrechnung (40jähriger alleinstehender Mann):

  • Monatliches Nettoeinkommen heute: 2.450 €
  • Davon werden ca. 80% im Alter (u. a. für Fixkosten etc.) benötigt: 1.960 €
  • ./. Gesetzliche Rente 48% vom Nettogehalt (bis 2030 nur noch 43%): 940 €
  • ./. Sonstige Einnahmen, da keine private Vorsorge: 0

Monatliche Rentenlücke: 1.020 €

Inflationsberücksichtigt: 1.440 €

Inflation: Eine heutige Rentenlücke von 1.020 € beträgt – inflationsberücksichtigt (2 %) – bis zum Rentenantritt in 27 Jahren (mit 67) 1.440 €.

Nun wissen Sie, wie Sie vorgehen, wenn Sie ihre Rentenlücke berechnen wollen. Sie sehen an diesem Beispiel, dass die monatliche Rentenlücke erheblich sein kann. Sorgen Sie deshalb heute schon vor, damit die Differenz zwischen Ihrem heutigen Lebensstandard und Ihrem Ruhestand so klein wie möglich bleibt und Sie nicht in Altersarmut leben müssen. Wichtig: Vergessen Sie nicht, die Inflation mit einzurechnen, das vergessen nämlich die meisten.

Sie brauchen noch mehr Information zur Rentenlücke? Folgendes Video erklärt nochmal alle wichtigen Schritte:

MEIN RAT WENN SIE SCHON RENTNER SIND:

Treten Sie entweder etwas Kürzer oder versuchen durch einen Nebenjob (bis zu 450 € monatlich, wenn Sie früher in Rente gehen; dies darf zweimal im Jahr überschritten werden) zu Mehr-Einnahmen zu kommen. Wenn Sie das gesetzliche Rentenalter erreicht haben, dürfen Sie unbegrenzt zur Rente dazu verdienen. Es gibt sogar mehr Nettolohn, weil keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung abgezogen werden. Aber Vorsicht: Je nach Lohnhöhe können Steuern anfallen. Wichtig: Der Rentenkasse muss der Nebenjob mitgeteilt werden.

Tipp: Was passiert bei der Auszahlung Ihrer Lebensversicherung? Wir erklären Ihnen hier, wie Sie versteuert wird.

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