Wer sich eine autarke Versorgung aufbauen möchte, kommt um Tierhaltung nicht herum. Seien Sie sich aber darüber im Klaren, dass Tiere zu halten, zu pflegen und zu ernähren keine leichte Aufgabe ist. Doch im Krisenfall kann die Selbstversorgung über das Leben Ihrer Familie entscheiden. Eine Schweinezucht ist eine gute Möglichkeit und die Nahrungsversorgung sicherzustellen.

Tierhaltung ist nicht einfach, egal ob Sie sich für Schweine, Kühe oder Enten entscheiden. Sie müssen bei jedem Wetter und zu allen Jahreszeiten für Ihre Tiere da sein. Ebenso wichtig ist das „artgerechte“ Wohlergehen Ihrer Schützlinge, denn wer nicht viel Liebe und Zuneigung für diese Lebewesen aufbringen kann, sollte sich erst gar nicht mit dem Gedanken auseinandersetzen, Tiere zu halten.

Was ein Schwein kostet

Bei der Haltung von Schweinen brauchen Sie viel Platz und viel Zeit. Die Tiere sind hochintelligent und das Schlachten wird Ihnen umso schwerer fallen.

Dafür ist Schweinehaltung ein gutes Mittel zur Fleisch-produktion eines Selbstversorgers.

Mein Tipp: Nehmen Sie eine gängige Rasse, etwa die „Large White“, die sehr anpassungsfähig ist und gutes Fleisch gibt. Schweine kosten nach ihrem Gewicht. Die Preise schwanken stark, je nach Rasse: 1,50 bis 3,00 Euro pro Kilogramm.

Preislich erschwinglich sind mutterlose Ferkel, die Sie dann aber auch mit der Flasche großziehen müssen. Einfacher sind ein oder zwei junge, bereits entwöhnte Schweine im Alter von acht bis neun Wochen.

Ein gesundes Schwein sieht so aus:

● Glänzendes Fell

● Lebhafter Blick

● Feuchte Schnauze

● Ringelschwanz

● 12 bis 14 Zitzen

Schweinezucht Tipps vom Selbstversorger-Profi bekommen Sie auch in diesem Video:

Schweinezucht: Wichtige Tipps

Schweine zu halten ist nicht so kompliziert, wie man vielleicht zunächst denkt, wenn man folgende Ratschläge berücksichtigt:

●  Zwei Schweine zusammen fühlen sich wohler und sind besser zu mästen. Aber Achtung: Fangen Sie keine Zucht an, wenn Sie sich nicht wirklich gut auskennen!

●  Mästen Sie die Ferkel mit Milch sowie Küchen- und Gartenabfällen.

●  Es ist besser, die Tiere im Freien zu halten, das ist artgerecht. Sie werden den überwucherten Teil Ihres Grundstücks von Unkraut befreien. Dennoch brauchen auch Schweine einen Stall als Schutz vor Wind, Regen und Sonne.

Mein Tipp: Sie können die Tiere zum Beispiel in einer A-förmigen Hütte aus Holz und Wellblechdach unterbringen. Wenn Sie in einer besonders kalten Umgebung wohnen, eignet sich besonders ein Stall aus Strohballen mit einer Plastikplane auf der Windseite und mit Stroh entlang den Wanden und auf dem Dach.

So füttern Sie Ihre Schweine richtig:

● Schweine sprechen auf Regelmäßigkeit an, deshalb müssen sie zu festgelegten Zeiten gefüttert werden.

● Geben Sie ihnen so viel, wie sie in 20 Minuten auffressen können.

● Schweine brauchen viel Wasser, mindestens ein Liter auf 450 Gramm Futter – oder mehr, wenn sie mehr verlangen.

● Im Freien, können sich Schweine größtenteils selbst ernähren. Vorausgesetzt sie fressen genügend Gras. Dann können sie die Hälfte ihres Nahrungsbedarfsdamit bereits decken.

● Andere Futtermittel: Hafer-, Gersten- oder Maismehl, Luzernemehl, Kleie, Leinsamen, Kartoffeln, Karotten, Topinambur, Pastinaken, Futterrüben oder anderen Rübenarten – vermengt mit Molke, entrahmter Milch, Brottrunk oder Wasser, Kartoffeln, Karotten und Co. (auch roh).

Zudem Kräuter, Wurzeln, Eicheln und Bucheckern. Zusätzliche Proteine durch Würmer, Maden, Larven und Schnecken, die Schweine auf dem Acker im Garten beim Wühlen finden. Aber auch Fleisch- oder Fischmehl, Bohnen- und Erbsenmehl sowie gekochtes Fleisch oder Fisch. Die Tiere fressen alle Küchenabfälle, die man sonst auf den Kompost gibt.

Für das Aufziehen, die Fütterung und die Fixkosten für den Stall etc. sollten Sie pro Schwein mit rund 300 Euro pro Jahr rechnen.

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