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2. April 2021Beitrag von Emilia Hartmann

So bauen Sie Ihren eigenen Lehm- oder Steinbackofen

So bauen Sie Ihren eigenen Holzbackofen

Eine autarke Versorgung ist wichtig. Sowieso, wenn es nach einem Crash oder Krieg nichts mehr im Supermarkt zu kaufen gibt. Monat für Monat kläre ich Sie deshalb auf, wie Sie einen eigenen Garten bewirtschaften, Tiere halten und eigene Lebensmittel herstellen. In dieser Ausgabe erfahren Sie, wie Sie Ihren einen Holzbackofen für Ihr eigenes Brot bauen.

Waldhammer-Tipp des Tages:
Die Welt kennen, heisst sich selbst kennen

Für Selbstversorger kann ein eigener Backofen im Garten nützliche und praktische Dienste erweisen. Ein eigener Holzbackofen ist schon etwas ganz Besonderes und so wundert es nicht, dass er bei »Kennern» gegenwärtig
eine wahre Renaissance erfährt.

Es mag sich zwar seltsam anhören, aber zunächst einmal benötigt jeder, der einen Holzbackofen bauen will, eine Baugenehmigung. Ja, Sie haben richtig gehört, denn nach der Bauordnung handelt es sich bei einem Backofen
im Garten, grundsätzlich um ein »Gebäude» (!), ganz egal, wie klein oder groß er später sein wird. Zusätzlich befindet sich in diesem »Gebäude» ja auch noch eine Feuerstelle, die ebenfalls genehmigungspflichtig ist. Außerdem muss der Schornsteinfeger den Schornstein des Ofens für die Inbetriebnahme prüfen
und zulassen.

Trotz all dieser Vorschriften gibt es aber auch Positives zu vermelden: Wenn man nämlich alle Regeln des geltenden Baurechts bei der Planung einhält und nach dem Stand der Technik baut, gibt es normaler- weise keine Probleme mit der Genehmigung.

MEIN RAT

Am besten erkundigen Sie sich beim zuständigen Bau- amt, ob und mit welchen Voraussetzungen ein Backofen im Garten überhaupt gebaut werden darf. Für die eigene Sicherheit ist es sinnvoll, bei der Platzierung des Ofens die vorherrschende Windrichtung zu kennen. Schließlich möchte man selbst ja auch nicht »eingequalmt» werden.

Der Lehmbackofen / Steinbackofen

Das Fundament:

Nach den Verordnungen im Bauwesen muss der Ofen auf einem Fundament gebaut werden, welches frostfrei und auf gewachsenem Boden gegründet ist. Dies kann eine Grube sein, die mit gestampftem Beton gefüllt ist
oder ein gemauertes Fundament. Die darauf liegende Betonplatte darf jedenfalls nicht direkt auf dem Erdreich aufliegen. Besser ist es, eine mindestens 10 Zentimeter hohe Schicht Kies aufzulegen und darauf die Platte zu
platzieren. Grundsätzlich reicht eine Fundamenttiefe von 80 Zentimeter aus.

Der Sockel:

Auf das Fundament wird ein Sockel gebaut. Hierbei gibt es verschiedene Varianten, je nach Geschmack, Verwendung und Aufbau. Der Sockel kann massiv gemauert, in Beton (mithilfe von Schalenbrettern), gegossen oder als
Betonplatte auf vier gemauerten Stützpfeilern befestigt werden. Soll der Sockel besonders »schön» aussehen, kann er beispielsweise mit Klinkersteinen oder Fliesen umlegt werden.

Die Backofenkuppel:

Die Backofenkuppel ist das zentrale Element des Backofens. Deren Form sollte baulich umsetzbar sein, den größtmöglichsten Wärmerückhalt und eine optimale
Wärmeverteilung gewährleisten. Aus diesen Gründen hat sich im Laufe der Jahrhunderte, die Kuppelform, mit einem ebenen Boden und einer Rundkuppel, als Backraumgewölbe durchgesetzt. Die Lehmbauweise orientiert sich nach historischen Vorbildern und ist die günstigste und einfachste Lösung.

Schritt für Schritt:

● Bilden Sie auf einem gestampften Lehmboden einen feuchten Sandhaufen in Form eines großen Brotlaibes. Öffnung der Kuppel mit einer »Türattrappe» aus Styropor vorgeben.

● Tragen Sie Lehm auf den festgeklopften Sandhügel auf. Je dichter der Lehm angerührt wurde, umso weniger Risse treten später durch die Hitze auf. Die Risse müssen regelmäßig ausgefugt werden.

MEIN RAT

Am besten ist der Lehm, wenn er gerade noch verarbeitet werden kann. Die Lehmschicht sollte etwa sechs Zentimeter betragen und wird mindestens 24 Stunden an der Luft getrocknet. Möglicherweise haben sich schon beim
Trocknen leichte Risse gebildet. Diese sofort ausbessern.

Tragen Sie auf Lehmkuppel eine Schicht wärmeisolierendes Material etwa drei Zentimeter dick auf. Dazu eignet sich am besten Isoliermörtel, der aus dem Schornsteinbau bekannt ist.

Ofen aus Lehm oder Stein – das können Sie mit einfachen handwerklichen Fähigkeiten selbst übernehmen:

● Als Armierung eignet sich Vogeldraht: Das Geflecht können Sie mit einer Blechschere recht einfach so zuschneiden, dass es sich optimal an die Kuppel anpasst.

● Die oberste Deckschale kann ebenfalls aus Lehm gestaltet werden, dann jedoch muss der Backofen überdacht werden, da der Lehm nicht sehr wasser- und witterungsbeständig ist. Es empfiehlt sich daher, für die äußerste Schicht, Beton oder ein anderes wasserundurchlässiges Material zu verwenden.

● Nach einer Woche Styroportür entfernen und Sand aus der fertigen Kuppel herausschaufeln. Dann zwei bis drei Tage durchtrocknen lassen und Sandreste ganz leicht mit einem Handbesen abkehren.

Sie können die Backraumkuppel aber auch mit Schamottsteinen mauern. Grundlage hierfür ist eine Schamottplatte. Als Gewölbe kann im Fachhandel ein sogenannter »Halbwölber» gekauft werden. Es gibt ihn in verschiedenen Größen. Der Vorteil gegenüber einzelnen Steinen besteht darin, dass er engere Fugen besitzt.

Trotzdem ist es natürlich auch möglich, einzelne Steine zu verwenden.

Schritt für Schritt:

● Schneiden Sie zwei Schablonen aus Holzplatten für die Gewölbeform und stellen diese auf Keile.

● Mauern Sie die Steine in der vorgegebenen Form direkt auf die Backofenplatte. Entfernen Sie die Schablonen, sobald der Mörtel getrocknet ist.

MEIN RAT

Um eine optimale Stabilität zu erreichen, sollten Sie die Reihen jeweils um einen halben Stein versetzt bauen. Die hintere Wand wird in der Regel senkrecht mit Schamottsteinen gebaut, um die Stabilität zu gewährleisten.

Der Backraum:

Die Größe des Backraumes richtet sich nach der gewünschten Backkapazität. Sie müssen sich überlegen, ob Sie nur für sich selbst oder auch für den Verkauf backen wollen. Ratsam ist auf jeden Fall eine Fläche von 60 bis 80 Zentimeter Breite und 100 bis 150 Zentimeter Länge.

Schritt für Schritt:

● Die Tür, die den Ofen verschließen soll, muss unbedingt aus feuerfestem Material bestehen. Ob Sie dazu einfaches Blech, Eisen oder Beton nehmen, ist abhängig davon, ob Sie die Tür selbst herstellen.

● Eine Tür aus Beton ist eine gute Wahl, denn sie kann recht einfach und sehr passgenau gestaltet werden:

● Negativform in ein Styroporteil schneiden und Tür in Beton gießen. Als Armierung eignet sich ein Vogeldraht. Vergessen Sie aber nicht den Türgriff und die Löcher für die späteren Türscharniere mit einzulassen!

Wärmeisolierung

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wärmeisolierung.

Am einfachsten gelingt dies mit Steinwolle. Sie ist unbrennbar, hoch hitzebeständig und vor allem preisgünstig. Beachten Sie, dass bei alukaschierter Steinwolle die Folie nach außen zeigt und nicht dem Backraumgewölbe
zugewandt ist.

Schornstein

Ein weiterer unerlässlicher Teil ist der Schornstein. Auch hier gibt es Verordnungen zur Verhütung von Bränden. Vor dem Bau sollten Sie sich deshalb genauestens darüber informieren.

Wegen der speziellen Betriebsweise eines selbst gebauten Backofens bietet sich ein zweischaliger Schornstein mit einem Rauchgas führenden Rohr aus Schamotte und einer Ummantelung aus Klinker (hart gebrannte Ziegel-
steine) an.

Das Schamotterohr wird in das Backraumgewölbe so eingesetzt, dass das Rohr im oberen bis mittleren Bereich des Gewölbesteins greift. Dazu werden am Gewölbebogen am vorgesehenen Schornsteinausgang zwei Steine ausgespart.

Nun wird das Rohr mit einer Glas- oder Keramikfaserschnur umwickelt und mit Schamottmörtel umfasst.

Nach zwei bis drei Tagen, wenn der Mörtel trocken ist, wird damit nochmals nachgefüllt und die restlichen Rohrteile aufgesetzt.

Und so nutzen Sie Ihren eigenen Backofen:

Täglich eine Woche lang ein zuerst kleines und dann größer werdendes Feuer machen, um den Ofen nochmals komplett durchzutrocknen und einzubrennen.
Nach jedem Brenn- und späteren Backvorgang muss der Ofen gesäubert werden. Das geht am besten mit einem Strohbesen (auf gar keinen Fall Kunststof f verwenden!) oder einem feuchten Tuch.

Für die ersten Backversuche lohnt es sich, ein Backthermometer anzuschaffen, um die Temperatur möglichst genau zu bestimmen, weil nicht jedes Brot die gleiche Zeit benötigt.

Natürlich können in diesem Ofen nicht nur Brot, sondern auch Pizzen oder Süßspeisen zubereitet und gebacken werden.

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