Liebe Leser, der ein oder andere von Ihnen stellt sich vielleicht auch schon jetzt die Frage, wer die historisch einmaligen Kosten der Corona-Pandemie schultern soll. Kommt die Steuererhöhung 2020?

Wer soll das bezahlen? 

Die Älteren unter uns kennen sicherlich das im Jahr 1 nach der Währungsreform 1948 von Jupp Schmitz und Kurt Feltz geschriebene Karnevalslied: 

“Wer soll das bezahlen?”

Wer soll das bezahlen, Wer hat das bestellt, Wer hat so viel Pinke-pinke, Wer hat so viel Geld? 

Ja, das berühmte Karnevalslied war eine Anspielung auf die durch die Währungsreform vom Juni 1948 ausgelösten Preissteigerungen. Und eine Lösung des Problems wurde dann auch gefunden. 

Im Jahr 1952, also nur drei Jahre danach wurde das Lastenausgleichsgesetz beschlossen. Die „Rechnung“ wurde letztlich all jenen präsentiert, die nach der Währungsreform noch über nicht unerhebliches Vermögen verfügten. Also, all jene, die noch erhebliches Vermögen, insbesondere Immobilien hatten, mussten eine Lastenausgleichsabgabe zahlen. Die Höhe dieser Abgabe wurde nach der Höhe des Vermögens mit Stand vom 21. Juni 1948, dem Tag nach Einführung der D-Mark in den 3 westlichen Besatzungszonen, berechnet. 

Die Abgabe belief sich auf 50 % des berechneten Vermögenswertes und konnte in bis zu 120 vierteljährlichen Raten, also verteilt auf 30 Jahre, in den Ausgleichsfonds eingezahlt werden. 

Steuererhöhung 2020
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Steuererhöhung 2020? Wer zahlt nach der Pandemie die Rechnung? 

Jetzt, inmitten der Pandemie, kommen die ersten Forderungen aus der Politik – Herr Gabriel von der SPD brachte das ins Spiel – nach einem abermaligen Lastenausgleich. Die Mehrheit der Bürger sieht das mit Blick auf die Steuern ähnlich. Die Mehrheit der Deutschen rechnet einer Zeitung zufolge wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise mit Steuererhöhungen. 

Dieser Ansicht seien 62 Prozent der Befragten, berichtete “Bild” vorab unter Berufung auf eine Umfrage des INSA-Meinungsforschungsinstituts. Keine Erhöhung erwarteten dagegen 18 Prozent, 16 Prozent wüssten es nicht. Befragt wurden vom 15. bis zum 18. Mai 2092 Personen. 

Unter dem Strich rechnen auch wir mit einer Art „Lastenausgleich 2.0“. Wie „konkret“ dieser dann von den verantwortlichen Politikern umgesetzt und in ein „Gesetz gegoßen“ werden wird, wagen wir aber aus heutiger Sicht nicht zu prognostizieren. 

Sicher ist für uns indes, dass insbesondere Haus- und Grundeigentümer schon jetzt Rückstellungen für anstehende Belastungen machen sollten. Zumindest gedanklich…

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