Liebe Leserin, lieber Leser,
nach dem gigantischen Blackout in Südamerika stellt sich die sehr wohl berechtigte Frage, inwiefern es
auch in deutschen Landen zu einem massiven Stromausfall kommen kann.

Gestern haben wir uns angesehen, wie schnell es zu einem Mega-Blackout in mehreren Ländern
gleichzeitig kommen kann (klicken Sie hier, falls Sie den Bericht verpasst haben). Heute zeige ich Ihnen,
wie schnell es auch bei uns zu einer Katastrophe kommen kann.

Spannend ist ja hier, dass es nach dem jüngsten Vorfall in Argentinien und Uruguay nahezu keine
beschwichtigenden Worte aus der Politik zu vernehmen gab. Zynisch veranlagte Zeitgenossen mögen
insofern anmerken, dass die deutsche Stromversorgung genauso sicher wie die vom ehemaligen
Bundesarbeitsminister Norbert Blüm versprochene Rente sei.

Interessant ist, dass sich zumindest einige Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur öffentlich äußerten.
Deutschland habe eines der sichersten Stromnetze der Welt. Das ist zumindest die offizielle Aussage
einer Sprecherin des Netzbetreibers Tennet gegenüber dem Münchner Merkur. Das Stromnetz sei
redundant ausgelegt. Falle eine Verbindung aus, gebe es mindestens einen zweiten Weg, über den der
Stromtransport sichergestellt werden könne. Beachtlich ist aber auch, dass sich zumindest eine Behörde
öffentlich zu Wort meldete. Und zwar die Bundesnetzagentur. Ein Behördensprecher betonte, dass im
Jahr 2017 jeder Verbraucher im Durchschnitt nur gut 15 Minuten ohne Strom gewesen sei.

Ernste Warnung des Bundesrechnungshofes

Der Bundesrechnungshof kommt indes zu einer völlig anderen, ja realistischeren Betrachtung der Lage in
Deutschland. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war zu lesen, dass der schleppende Ausbau neuer
Stromleitungen die Probleme im deutschen Stromnetz tendenziell verschärft habe. Deutlicher kann die
Warnung mit Blick auf die Instabilität des Netzes nicht ausfallen. Hintergrund ist, dass der Ausbau des
deutschen Stromnetzes dem Rechnungshof zufolge nicht mit dem Ausbau der Wind- und
Sonnenstromerzeugung Schritt halte. In den Jahren 2017 und 2018 seien folglich extrem teure Eingriffe
zur Stabilisierung des Netzes nötig gewesen. Und für diese Maßnahmen wurden die Bürger jeweils
massiv zur Kasse gebeten. Insgesamt vier Milliarden Euro mussten die Verbraucher, also wir alle, allein
in den Jahren 2017 und 2018 für diese Maßnahmen berappen. Das kommt also „on top“ zu den teuersten
Strompreisen in der gesamten EU.

Noch konnte der Blackout in Deutschland also oftmals in letzter Sekunde vermieden werden. Die
Wahrscheinlichkeit wird aber immer größer, dass der Noteingriff der Netzbetreiber eine Hundertstel
Sekunde zu spät erfolgt. Dann gehen wahrlich die Lichter aus. In der kommenden Ausgabe erfahren sie,
dass in einigen Aluhütten schon jetzt die Lichter kurz ausgingen, um den Blackout im ganzen Land zu
verhindern.

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