Liebe Leser, 

neben dem Thema Stromausfall beschäftigen wir uns ja seit Wochen extrem intensiv mit der Problematik Wasserknappheit. Global betrachtet können die Trinkwasserprobleme ja kaum mehr negiert, geschweige denn unterschätzt werden. 

Anfrage an die Bundesregierung 

In deutschen Landen scheint das zumindest regierungsoffiziell noch anders zu sein. Rein zufällig sind wir jüngst auf eine kleine Anfrage der Fraktion „Die Linke“ an die Bundesregierung gestoßen (Drucksache 19/142621). Die Linke wollte in dem Kontext in Erfahrung bringen, ob auch in Deutschland das Menschenrecht auf Zugang zu sauberem Wasser eingehalten wird. Der Linken zufolge sei aufgrund des fortschreitenden Klimawandels und der immer heißer werdenden Sommer in Deutschland ein einfacher Zugang zu Trinkwasser mehr denn je nötig. Es sei der Linken zufolge damit zu rechnen, dass Konflikte um Trinkwasser in Deutschland künftig zunehmen werden. Zudem werde auch die Landwirtschaft als neuer Nutzer von Wasservorräten in Erscheinung treten. 

In dieser spannenden Dokumentation wurde das Thema Wasserknappheit aufgegriffen:

Trinkwasserprobleme: Bundesregierung beschwichtigt 

Höchst interessant ist dann auch die Antwort der Regierung in Berlin. Im Kern hat die Bundesregierung der Darstellung der Linksfraktion im Deutschen Bundestag widersprochen, dass die Wasserversorgung in einigen Regionen der Bundesepublik an ihre Grenzen stossen würde. 

Zwar gebe es der Regierung zufolge Gebiete, die aufgrund ihrer hydromorphologischen und geologischen Voraussetzungen wenig Grundwasser oder für die Trinkwassergewinnung geeignetes Rohwasser aufweisen würden. Dort werde jedoch eine alternative und ausreichende Versorgung zum Beispiel über Wasserfernleitungen und Verbundleitungen sichergestellt. Dies sei keine neue Entwicklung, sondern werde in einigen Regionen seit Jahrzehnten so gehandhabt. 

trinkwasserprobleme
photo credit: unsplash.com

Die „Knappheiten“ in der Trinkwasserversorgung während der letzten beiden Sommer 2018 und 2019 seien der Regierung zufolge ganz überwiegend auf infrastrukturelle oder technische Beschränkungen zurückzuführen. Dies seien etwa fehlende Druckerhöhungsanlagen und Hochbehälter oder liege in der Leitungsdimensionierung begründet. Die Wasserversorger würden sich diesen Herausforderungen stellen und folglich in ihre Infrastruktur investieren. 

Ja, unter dem Strich gibt es der Regierung zufolge in Deutschland kein wirkliches Wasser-Problem. Das sehen wir mit Blick auf die Zukunft wahrlich nicht so. Im Gegenteil. Wir bleiben am Thema dran und werden auch weiter aufzeigen, dass das Thema „Wasserknappheit“ in deutschen Landen noch unterschätzt wird. Wohl gemerkt, noch.

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