Liebe Leser, wie vorgestern besprochen und versprochen wollen wir uns heute mit den drastischen Folgen der Trockenheit für die Landwirtschaft beschäftigen. Dazu hat sich auch jüngst das Umweltbundesamt einige gute Gedanken gemacht. Wie die  Trockenheit Deutschland verändern könnte, lesen Sie jetzt.

Weniger Erträge 

Grundsätzlich vermindere Trockenheit das Pflanzenwachstum und die Erträge. 2018 führten in Deutschland die hohen Temperaturen und geringen Niederschläge zu Ertragsausfällen, von denen insbesondere Norddeutschland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Teile von Bayern stark betroffen gewesen seien. Diese Ausfälle hätten nicht nur das Ackerland, sondern auch das Grünland betroffen; das widerum führte bei vielen rinderhaltenden Betrieben zu einem Futtermittelmangel. 2019 sei zwar im Vergleich zum Vorjahr mehr Niederschlag, welcher auch über das Jahr besser verteilt war gefallen. Dennoch sei die Niederschlagsmenge unter dem vieljährigen Mittel (im Vergleich zum Referenzzeitraum 1961 bis 1990) geblieben. Hinzu kämen Rekordtemperaturen im Juni und Juli, was zu einem Anstieg der potenziellen Verdunstung führte. Somit konnte auch 2019 der Bodenwasserspeicher nicht ausreichend aufgefüllt werden, sodass einige landwirtschaftliche Kulturen auch 2019 unter mangelnder Wasserversorgung gelitten hätten. 

Trockenheit Deutschland
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Trockenheit Deutschland: Unklarer Ausblick auf 2020 

Positiv ist zumindest, dass es bis jetzt noch nicht klar ist, wie die Lage 2020 mit Blick auf die landwirtschaftlichen Eträge sein werde. Wenn nun aber im dritten Jahr in Folge die klimatische Wasserbilanz im Jahresdurchschnitt negativ ausfallen werde, werde dies voraussichtlich abermals Ertragseinbußen bedeuten. Wirklich positiv sei, dass der Februar 2020 sehr feucht gewesen sei. Dadurch seien die Böden zu Beginn der diesjährigen Vegetationsperiode in den meisten Regionen gut mit Wasser versorgt gewesen; das Pflanzenwachstum sei ergo durch das Niederschlagsdefizit bislang nur wenig beeinträchtigt gewesen. 

Selbst der feuchte Februar 2020 konnte die seit Frühjahr 2018 aufgelaufenen Niederschlagsdefizite bei weitem nicht ausgeglichen. Und leider seien der März und April bereits wieder zu trocken gewesen. Normalerweise können Pflanzen während einer Trockenperiode, in der der Wasserbedarf die Niederschlagsmenge übersteige, auf den Wasserspeicher im Boden zurückgreifen und diese Phase somit überstehen. Aufgrund der vergangenen zwei Jahre sei in der durchwurzelbaren Zone vielerorts zu wenig Wasser vorhanden, um den Wasserbedarf der Pflanze aus dem Bodenspeicher zu decken. Somit könne es bereits bei weniger intensiver Trockenheit zu Ertragsverlusten kommen. 

Ja, wir erwarten auch für 2020 geringere Erträge. Und korrespondierend kommen wir wohl um steigende Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse – auch Corona bedingt – nicht herum. Die einzig spannende Frage wird am Ende des Tages sein, wie stark die Endverbraucherpreise nach oben schießen werden….

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