Liebe Leser, 

wir haben uns ja schon intensiv – siehe unter anderem hier – mit der Thematik Wasserknappheit beschäftigt. Wir haben auf eine aktuelle Studie hingewiesen, dass in sage und schreibe 17 Staaten nachhaltige Verwüstung droht. Das ist schon extrem. 

Wasserknappheit: In Deutschland droht Verteilungskonflikt 

Wir haben auch schon darauf hingewiesen, dass in den letzten Jahren auch in Deutschland die Wasserkrise auf die agenda kam. In einigen Regionen Brandenburgs oder Westfalens wurde das Wasser im vergangenen und diesem Sommer knapp. Alle Experten, selbst Fachleute vom Umweltbundesamt, sind sich einig, dass die Versorgung mit Wasser in Deutschland zu einem dauerhaften Problem werden wird. Herr Rechenberg, seinerseits Top-Fachmann in Sachen Wasser beim Umweltbundesamt, betonte in dem Kontext, dass häufigere trockene Sommer selbst in Deutschland langfristig fatale Konsequenzen zeitigen würden. Es werde voraussichtlich immer mehr Nutzer geben, die sich um die zunehmend knapper werdende Ressource Wasser streiten werden. 

Je weniger es regnen würde, desto mehr werde auch die Landwirtschaft auf die immer kostbarer werdende Ressource Wasser zugreifen müssen. Bisher habe die so genannte Bewässerungslandwirtschaft in Deutschland mit einem Anteil von 2,7 Prozent an der landwirtschaftlich genutzten Fläche eine nur geringe Bedeutung, so Herr Rechenberg. Die Beregnungsbedürftigkeit werde aber deutschlandweit tendenziell zunehmen. 

Landwirtschaft als Sündenbock? 

Selbst der Verband der kommunalen Wasserversorger warnt bereits vor wachsender Konkurrenz von Landwirtschaft und Industrie. Aus dem Verband kommt die klare Forderung, dem Trinkwasser den Vorrang zu geben. Der Bauernverband sieht sich schon jetzt als ein neuer Sündenbock und betonte, dass Wasserverbrauch ein gemeinsames Thema von Versorgern, Verbrauchern, Industrie und Landwirtschaft sei. 

Lange Rede, kurzer Sinn – die Schlaraffenlandzeiten in Sachen Wasser sind in Deutschland endgültig vorbei. Wir müssen uns auf massive Verteilungskonflikte und Wasserknappheit einstellen. Unter dem Strich werden wir uns dann auch auf deutlich höhere Kosten und Preise einstellen müssen. Ob wir es wollen oder nicht. 

Und wir sollten immer auf den „worst case“ präpariert sein. Das haben wir auch hier schon besprochen. Selbst der Bund hat schon rechtlich alles für den extremsten Fall der Fälle, den Verteidigungsfall, geregelt. Dazu aber dann morgen mehr.

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