Liebe Leser,

jüngst – siehe hier – haben wir uns ja intensiv mit dem richtigen Umgang mit einer Atomkatastrophe befasst. Zwangsläufig kommen wir an der Stelle immer wieder zur Wasserkrise zurück.

Tatsache ist ja, dass sage und schreibe 43 Prozent der kompletten Süßwasserentnahme in Europa zur Kühlung thermischer Kraftwerke (hauptsächlich Kohle, Erdgas und Kernkraft) benötigt wird. Hätten Sie das gewußt? Kurzum, die bestehende Energieversorgung, insbesondere die Atomkraftwerke hängen extrem stark von Wasser ab.

Wasserknappheit als Risikofaktor für die Energieversorgung

Und das könnte zur akuten Gefahr auch für die Sicherheit von Kernkraftwerken werden. In einem jüngst vom WWF Deutschland veröffentlichten Report mit dem Titel „Risiko Dürre – Der weltweite Durst nach Wasser in Zeiten der Klimakrise“ geht es detailliert auch um die Frage, inwiefern die bestehenden Kraftwerke einem Dürrerisiko ausgesetzt sind. Dem Report zufolge seien allein in Spanien mehr als die Hälfte der 269 erfassten Kraftwerke einem hohen bis sehr hohen Dürrerisiko ausgesetzt. Weniger Wasser, weniger Strom!

In Frankreich ist die Lage gerade auch mit Blick auf die Atomkraftwerke weitaus dramatischer. Unter den 27 Kraftwerken mit hohem Dürrerisiko befinden sich leider auch die Atomkraftwerke Flamanville, Blayais, Paluel und Penly.

Hohe Dürrerisiken bestehenauch in Deutschland für die Kohlekraftwerke Jänschwalde, Boxberg, Schwarze Pumpe und HKW Cottbus, sowie das Wasserkraftwerk Altheim und das Gaswerk Kirchmöser. Sie liegen bis auf das Kraftwerk Boxberg (Sachsen) sowie Altheim (Bayern) allesamt in Brandenburg.

Weniger Strom? Konfliktpotential wächst

Aber nicht nur die Risiken für die Energieversorgung steigen. Angesichts der Wasserkrise wächst die Wahrscheinlichkeit von regionalen Konflikten um knappe Wasserressourcen. In politisch instabilen Ländern wie Syrien, Libanon, oder Palästina verstärken Dürren bereits bestehende Krisen. Besonders betroffen sei dem WWF zufolge der Mittlere Osten, wo 90 Prozent der Landfläche in die höchste Risikokategorie für Dürren fällt. In Europa habe die Türkei, insbesondere in der Grenzregion zu Griechenland und Bulgarien, ein hohes Risiko für wasserbasierte Konflikte und Krisen.

Mit Blick auf die Großstädte sind dem WWF zufolge in Europa neben Istanbul derzeit unter anderem Madrid und Lissabon einem hohen Dürrerisiko ausgesetzt. Die Gefahr besteht aber, dass Städte wie Rom, Neapel, Athen und sogar München in wenigen Jahren beim Dürrerisiko nachziehen könnten. Denn auf der Nordhalbkugel der Erde erwarten die WWF-Forscher in Metropolen künftig Klimabedingungen, wie sie heute mehr als tausend Kilometer weiter südlich bestehen.

Ja, das Thema Wasserknappheit ist das Top-Thema der Zukunft. Ohne Wasser läuft nichts. Denken Sie insofern immer an Ihren persönlichen, ureigenen Wasservorrat!

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