»Ich habe gehört, dass der Staat über die Vorratsdatenspeicherung fast alle privaten Daten abgreift. Wie kann ich dem entgehen, was muss ich dafür tun? Wie kann ich meine Daten schützen?« fragt Leser Manfred S. aus Rosenheim.

Wie kann ich meine Daten schützen? Antwort:

Ich muss Ihnen gleich zu Beginn gestehen, dass es leider keinen vollständigen Datenschutz gibt, wenn Sie moderne Kommunikationsmittel benutzen.

Um der staatlichen Vorratsdatenspeicherung zu entgehen, können Sie nur »altmodische« Maßnahmen ergreifen.

Sie wissen nicht genau, was mit Vorratsdatenspeicherung gemeint ist? In folgendem Video finden Sie eine simple und informative Erklärung:


Offline-Kommunikation:

● Vereinbaren Sie so oft wie nötig persönliche Treffen.

Mein Tipp: Wechseln Sie jeweils die Örtlichkeiten. Nehmen Sie den Akku Ihres Mobiltelefons heraus, damit Ihr Aufenthaltsort nicht nachverfolgt werden kann.

● Anstatt Whatsapp, SMS oder E-Mail: Schreiben Sie Briefe oder Postkarten.

Mein Tipp: Werfen Sie Ihre Post in einen Briefkasten ein, der nicht in Ihrem Wohnort ist.

● Wenn Sie Datenträger benutzen: Verschicken Sie diese per Post.

Mein Tipp: Verschlüsseln Sie Ihre Daten, kopieren Sie den Datenträger und verpacken Sie die Versende-Version bruchsicher.

● Für eine ganz unkonventionelle Kommunikation können Sie auch Brieftauben benutzen (gibt es ab 20 Euro zu kaufen).

Mein Tipp: Über das Halten und Abrichten von Brieftauben wenden Sie sich bitte an Taubenzüchter in Ihrer Umgebung.

● Vergessen Sie das Kommunizieren mit Handy oder Telefon auf kürzeren Strecken. Legen Sie sich Sprechfunkzu, wie z. B. Walkie-Talkies, die schon ab 30 Euro (je nach Reichweite teurer) im Handel erhältlich sind.

Mein Tipp: Um die Kommunikation noch sicherer zu machen, können Sie Pseudonyme benutzen.

● Barzahlung ist angesagt: Zahlen Sie nie mit einer Kreditkarte (damit man Ihre Zahlungen, Ihre Aufenthaltsorte und Kaufgewohnheiten nicht nachvollziehen kann).

Online-Kommunikation:

Wie kann ich meine Daten schützen und trotzdem online kommunizieren? Wenn Sie auf die Kommunikationstechnik nicht ganz verzichten können:

● Kaufen Sie sich ein gebrauchtes Prepaid-Handy. Zahlen Sie es bar, damit keine Rechnung auf Ihren Namen existiert.

Tipp: So machen Sie ihr Smartphone zu Notrufzentrale!

Mein Tipp: Legen Sie den Akku nur zum Telefonieren ein und verwenden Sie das Handy niemals im heimischen W-LAN. Tauschen Sie das Gerät alle 2-3 Monate aus und wechseln Sie dann auch gleich Ihre Nummer.

● Alternativ: Sprechen Sie aus einer Telefonzelle mit Münztelefon.

Mein Tipp: Benutzen Sie auf keinen Fall eine Guthabenkarte, da herausgefunden werden kann, welche Telefonnummern mit welcher Karte gewählt wurden.

● Weitere Möglichkeit der Kommunikation: Verschicken Sie Fax.

Mein Tipp: Nutzen Sie dafür nicht Ihr eigenes Fax, sondern versenden Sie es aus einem weiter entfernten Kopierladen.

● Benutzen Sie nicht Ihr eigenes Internet, sondern gehen Sie in Internetcafés.

Mein Tipp: Wechseln Sie die Internetcafés, auch in verschiedenen Orten. Geben Sie keine vertraulichen Dinge wie E-Mail- Adressen oder Passwörter ein. Vermeiden Sie Online-Banking.

Wie kann ich meine Daten schützen? Wie schon gesagt, es gibt keinen 100-prozentigen Schutz gegen die Vorratsdatenspeicherung. Aber wenn Sie diese Maßnahmen beherzigen, machen Sie es dem Staat sehr viel schwerer, Ihre Daten abzugreifen.

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