Vor Wunden und Verletzungen ist niemand gefeit. Hier erfahren Sie die Grundsätze der Wundversorgung sowie die Verbandsarten und Verbandstechniken. Außerdem lernen Sie, wie Sie die Wunde behandeln sollten, damit sie schneller heilt.

Wundversorgung bei kleineren Verletzungen

Jeder weiß, wie schnell man sich mit einem Messerschneiden oder ausrutschen und hinfallen kann. Auch diese kleinen »Alltagsunfälle« müssen richtig verarztet werden. Fast alle Materialien, die Sie für eine Wundversorgung von kleineren Verletzungen benötigen, finden Sie in einem Verbandskasten. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie einen solchen zuhause haben. Hier haben wir Ihnen bereits Tipps zum besten Erste-Hilfe-Set gegeben.

Grundsätze der Wundversorgung

✓ Wunden dürfen nie mit den »bloßen» Händen berührt werden, weil sie dadurch zusätzlich verunreinigt oderinfiziert werden können. Tragen Sie deshalb immer Einmalhandschuhe.

✓ Wunden nicht auswaschen oder reinigen. Ausnahmen sind z. B. die Wasseranwendungen bei Verbrennungenund Verätzungen.

✓ Wunden nie ohne ärztliche Anweisung Pudern, Salben oder mit Sprays, Desinfektionsmitteln o.ä. behandeln.

✓ Fremdkörper in der Wunde lassen und von einem Arztentfernen lassen.

✓ Jede Wunde mit einem keimfreien (sterilen) Verbandsmaterial verbinden.

Damit Wundern insgesamt schneller heilen, sollten Sie folgende Tipps aus diesem Video beachten:

Die drei Prinzipien der Wundversorgung:

Eine gute Wundversorgung erfüllt immer drei Aufgaben und zwar unabhängig von der Art der Verletzung:

  1. Die Wunde wird nicht weiter mit Keimen und Krank- heitserregern verunreinigt. (Welche Hausmittel Sie zum Desinfizieren verwenden können, haben wir Ihnen hier verraten.)
  2. Die Blutung wird gestillt.
  3. Der Wundbereich wird ruhiggestellt, was die Schmerzen des Betrof fenen lindert.

Verbandsarten und Verbandstechniken

Grundsätzlich besteht ein sachgerechter Wundverband, der eine ungestörte Wundheilung gewährleistet, in dem er die Wunde vor mechanischen Einflüssen und Keimbesiedlung schützt aus einer keimfreien Wundauflage (für großflächige Hautverletzungen), die Sie nur mit den Fingerspitzen direkt auf die Wunde legen) und deren individuelle Befestigung mit Heftpflaster, Mullbinde,Dreieckstuch o.ä.

Sehr großflächige Wunden, Schürfwunden oder Brand-wunden, aber auch Verletzungen (z. B. offene Bauch- oder Schädelverletzungen) werden mit Verbandtüchernversorgt.

Achtung: Mullbinden sind nicht steril, daher nicht direkt auf eine Wunde aufbringen, sondern sterile Wundauflagen benutzen und diese dann mit Mullbinden befestigen.

Wunde behandeln: Wundschnellverband und Streifenverband:

Wunde behandeln für kleinere Verletzungen mit nur geringer Blutung – oft reicht schon ein Pflasterwundverband:

✓ Schneiden Sie einen genügend großen Pflasterstreifen ab, dabei sollte die Wundauflage des Pflasters immer größer als die eigentliche Wunde sein.

✓ Entfernen Sie die Schutzfolie von den Klebestreifen und achten Sie darauf, dass Sie die Wundauflage möglichst nicht berühren.

✓ Legen Sie das Pflaster mit der Wundauflage auf die Wunde und befestigen Sie es faltenfrei.

✓ Beim Streifenverband wird eine Wundauflage auf die Wunde gelegt und danach mit zwei ausreichend langen – parallel zueinander geklebten – Heftpflasterstreifen von der Rolle fixiert.

Mit einem Verband bewirken Sie zwar die Ruhigstellung des Wundbereichs und damit eine Schmerzlinderung, da aber jede Wunde infektionsgefährdet ist, endet Ihre Hilfe nicht mit dem Anlegen eines Verbandes. Jede Wunde sollte von einem Arzt (am besten innerhalb von sechs Stunden) beurteilt und dann endgültig versorgtwerden.

Außerdem ist zu prüfen, ob ein ausreichender Impfschutz gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) gegeben ist.

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